Barfuß und Besuche

Hallo ihr Lieben,
ich habe mir mal darüber Gedanken gemacht, wie es ist, barfuß Besuch zu empfangen bzw wie es ist Barfuß andere Leute zu besuchen.

Unter jüngeren Leuten dürfte das kein Problem sein und auch nicht bei Freunden, weil man ja untereinander bekannt ist und barfuß so akzeptiert wird. Wer sich daran stört, ist sowieso nicht als Besucher geeignet. Es fällt eher auf, wenn ich Schuhe trage. Wenn ich älter sein werde, weiß ich es noch nicht. Etwa wenn man Leute empfängt, zu denen das Verhältnis distanzierter ist, wie Arbeitskollegen oder Nachbarn und man da seriöser auftreten sollte.

Im Sommer waren die Eltern meines Freundes unerwartet zu Besuch und die waren wegen meines barfüßigen Aufzuges schon erstaunt. Als ich sie dann besuchte, trug ich Schuhe und sie waren nicht mehr irritiert.

Was das besuchen anderer Leute betrifft, so hängt es doch von den Gastgebern ab also wie gut sie einen kennen und warum man zu Besuch kommt. Meistens trifft man sich draußen im Sommer und mich mit jüngeren Leuten, da ist barfuß akzeptiert. Später im höheren Alter könnte barfuß eher unhöflich wirken.

Manche Gastgeber bitten ja darum, Schuhe auszuziehen, was eine typisch deutsche Eigenart ist. Natürlich trage ich bevorzugt keine Schuhe, aber es fühlt sich so aufgezwungen an, wenn der Gastgeber es explizit verlangt. Paradoxerweise müssten Barfußläufer eher Schuhe anziehen wegen des Drecks.

Ich habe kein Problem damit, andere Leute barfuß zu besuchen. Manche Gastgeber wirkten besorgt. Mir wurden mal Filzpantoffeln angeboten, aber die lehnte ich ab, weil ich mich damit nicht wohlfühlte und mich mit so etwas typisch deutschem nicht identifizieren konnte.

Meistens besuche ich nette Menschen, die mich auch barfuß so akzeptieren wie ich bin.

Liebe Grüße
Annika

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Halt mich für verquer, aber was Besuch im eigenen Haus angeht, muss ich an den Witz denken, in dem sich jemand eine Ziege als Haustier gekauft hat:
„Eine Ziege? Wo willst du die denn unterbringen?“
„Im Schlafzimmer.“
„Und der Gestank?“
„Daran wird sich das Tier gewöhnen müssen!“
(Na gut, welche Synapsen da gerade einen Kurzschlus hatten und warum, wird sich nicht klären lassen.)

In meine Augen gehört im eigenen Haushalt schon mehr dazu, unhöflich zu wirken, als die Barfüßigkeit des Gastgebers.

Als Gast halte ich mich jedoch an die Regeln im fremden Haushalt.
Es nicht zu tun, fände ich unhöflich.

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Hallo Annika,

ich glaube, Du machst Dir viel zu viele Gedanken!

Niemand kann Dir sagen, wie Du es machen sollst, das musst Du für Dich ganz alleine rausfinden, wie Du Dich damit wohlfühlst. Wenn Du meinst, dass Du einen besseren Eindruck auf Besucher machst, wenn Du Schuhe trägst (warum eigentlich?), dann kannst Du das so machen, wenn es sich besser anfühlt. Wenn nicht, dann nicht. Denk nicht so viel drüber nach, sondern mach es einfach, wie DU es machen willst. Die anderen werden sich schon dran gewöhnen.

Ich würde zuhause für niemanden Schuhe anziehen. Selbst wenn der Britische König mich besuchen kommen würde, dann würde ich vielleicht ein Hemd anziehen, aber ganz sicher keine Schuhe.
Bei Arbeitskollegen kommt es vielleicht auf die Firma und das Verhältnis zu denen an, weiß ich nicht. Ich gehe auch ins Büro barfuß und teilweise auch zu Kunden. Als IT-Dienstleister kann ich mir das erlauben. In einer Bank könnte ich das vermutlich nicht.
Bei Nachbarn kann ich es gar nicht nachvollziehen. Meine Nachbarn kennen mich gar nicht mit Schuhen und selbst wenn, wäre es mir egal, was die von mir denken. Wenn sie okay sind, dann haben sie nichts dagegen. Und wenn sie nicht okay sind, lade ich sie nicht zu mir nach Hause ein. So einfach!

Wenn ich selbst woanders eingeladen bin, sieht das schon anders aus. Da nehme ich evtl. Schlappen mit oder zumindest etwas, um mir die Füße an der Tür zu reinigen. Hängt davon ab, wen man besucht und was die Leute über einen schon wissen.

Es wird aber auch mit den Jahren immer einfacher, wenn alle wissen, dass man schon lange barfuß ist. Dann kommen eher komische Kommentare, wenn man doch mal Schuhe anhat :wink:

Warum???

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Hallo Annika,
es ist schön, dass Du Dir so bewusst überlegst, wie andere auf Dich reagieren, unter anderem eben auch darauf, dass Du keine Schuhe trägst.
In einem Punkt kann ich Dir aus eigener Erfahrung versichern, dass die Dinge nicht komplizierter, sondern einfacher werden: Nämlich mit dem „Alter“.
Es scheint so, als hättest Du von uns „Älteren“ den Eindruck, dass wir formeller, konformer und irgendwie konservativer werden. Vielleicht stimmt das sogar. Aber eines wächst mit dem Alter: die Erkenntnis, dass ich in meiner immer begrenzteren Lebenszeit ganz ich sein will. Und es mir immer weniger darauf ankommt, was die anderen eventuell denken könnten. Das ist deren Problem.
Und genau das empfehle ich auch Dir: Steh zu Dir selbst in allen Punkten. Niemand muss so sein wie Du - und dann brauchst Du auch nicht so zu sein, wie die anderen.
Auch ich arbeite noch daran. Aber ich gehe immer mehr barfuß, je älter ich werden.
Liebe Grüße,
Georg

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Hi,
Ich kann auch nur für mich sprechen:
Wie Forbi mache ich mir sehr wenig Gedanken, was die anderen so denken. Insbesondere, wenn sie zu mir kommen.
Wenn ich selber eingeladen bin habe ich, wie praktisch immer, ein kleines Handtuch und eine Bürste dabei und frage, ob ich meine Füße sauber machen soll. Meine Schwägerin kennt mich und meine große Tochter schon und schickt uns gleich als erstes ins Bad, damit wir die Füße sauber machen. Das mache ich auch sehr gerne. Mache ich bei mir zu Hause ja auch so, wenn ich heim komme. :slight_smile:
Ansonsten halte ich es mit Brom aus Eragon (oder wer auch immer der erste ist, der den Satz gesagt hat): „Bitte lieber um Entschuldigung, als um Erlaubnis“.
Fröhliche Barfuß-Weihnachtszeit!

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Hey,

bei mir wurde barfuss zu sein die letzten Jahre immer mehr jedenfalls in den wärmeren Monaten (ca. März bis Oktober). Socken trage ich da so gut wie gar keine höchstens Schlappen.
Wenn ich da jemanden Besuche ziehe ich zuhause die Schlappen an da ich wenigstens mit sauberen Füßen dort ankommen möchte und dann ziehe ich die Schuhe dort aus und bin barfuß was bisher sogut wie nie angemerkt wurde.
Einmal habe ich mit der Familie Verwandtschaft besucht und da war ich schon unfreiwillig barfuss mitgefahren (ich war schon barfuß draußen wollte aber noch einmal rein um Schuhe anzuziehen und da hat meine Familie gemeint ich sollte so mit fahren ich bräuchte keine Schuhe - die war noch ganz am Anfang als ich noch selten barfuß war). Bei der Verwandtschaft wurden mir dort Schuhe angeboten wegen der kalten Fliesen. Habe natürlich dankend abgelehnt.

Und wenn Besuch zuhause kommt bin und bleibe ich barfuß ist ja schließlich nichts aussergewöhnliches. Bei mir kommt Besuch eh meist unangemeldet und da hat sich noch Schuhe anziehen sowieso erledigt. Würde ja richtig bescheuert aussehen dann noch extra Schuhe anziehen.

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Zu hause bin ich so gut wie immer Barfuß. Wenn dann Besuch kommt muss dieser damit klar kommen. Wenn ich woanders hingehe kommts drauf an…
Die Nachbarn sinds von mir gewöhnt. Meine engen Freunde auch. Wenn wir zu Freunden gehen die eher meiner Frau zuzuordnen sind bekomme ich oft den „Schuhbefehl“. Was oft dazu führt das ich irgendwann doch die (Barfuß)Schuhe aussziehe weil die Gastgeber zu Hause ohne Schuhe rumlaufen. Besonders absurd war das im Sommer wo wir zur Gartenparty eingeladen waren und meine n Frau auf Schuhe bestanden hatte. Und da liefen 90% Barfuß rum weil auch der Pool geöffnet war… :smiley: . Ich dann natürlich auch.
Was das Alter angeht habe ich (43 J.) eher den Eindruch das es mit fortschreitemden liberaler wird. Die Alten, so wie meine Mutter z.B. , sind als Kinder meist eh Barfuß gegangen.

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Wie muss ich mir das Vorstellen? Hast du ein Täschchen wo Bürste (Nagelbürste?) Handtuch und Seife drin sind. Oder bürstetest du die Füße nur trocken ab?

Ja, ich hab an meinem Rucksack, den ich fast überall hin mitnehme, eine Seitentasche, in der immer ein Mini-Handtuch und eine Bürste drin sind.
Seife habe ich keine dabei. Die Füße werden so zwar nicht blütenweiß, aber darauf kommt es mir auch nicht an, sondern nur darauf, dass sie nichts mehr schmutzig machen.

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Letzte Woche waren wir spontan bei meinem langjährigen Schulfreund zu Besuch auf ein Bier. Ich wollte lieber im Garten sitzen, was ich ihm mit meinen schwarzen Sohlen verargumentiert habe, da zog er ein paar reinweiße Hotelschlappen aus’m Regal. Und zu seiner zweijährigen Tochter sagte er später mit einem Augenzwinkern: Guck, andere Leute ziehen die Schuhe in der Wohnung aus, Dimi muss welche anziehen. Fand ich irgendwie süß :smile:

In meinem Bekanntenkreis ist es selten, dass man die Schuhe ausziehen muss, wenn man eine Wohnung betritt. Hier ist es tatsächlich denkbar, dass meine Füße - aus Sicht des besuchten - zu schmutzig sind.

Aber dann wäre es vermutlich sinnvoll, wenn man nach einer groben Reinigung Socken dabei hätte.

Hab ja meistens mein kleines Handtuch (frei nach Douglas Adams :blush:) in der einen der vielen Taschen meiner Cargohose z.B. dabei, und hab kein Problem, zu fragen, ob ich mir schnell die Füße waschen kann. Ist allermeistens aber sowieso kein Thema. Definitiv v.a. da nicht, wo normalerweise auch die Straßenschuhe - einmal gut abgestreift - anbleiben können.

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Klar! Wo Schuhe okay sind sollte der Fuß auch okay sein, speziell wenn kein grober Dreck dran hängt.

Wo aber Leute keine Straßenschuhe haben wollen, da sind Straßenfüße auch problematisch.

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