Kunstmalerinnen barfuß vor der Leinwand: Clevere Verkaufsstrategie oder echte Freiheit?

Hallo zusammen,

da ich mich sehr für Kunst interessiere, schaue ich mir auf Instagram oft Beiträge von Kunstschaffenden an. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich unheimlich viele Künstlerinnen in ihren Videos und Fotos barfuß zeigen – sei es beim Farbenmischen oder beim Arbeiten an der Leinwand. Oft steht eine attraktive, barfüßige Malerin stolz lächelnd neben einem vollendeten Werk.

Ich finde, das vermittelt eine total geerdete Atmosphäre. Gleichzeitig wirkt es aber auch sehr kalkuliert: Für mich sieht es so aus, als würden die Künstlerinnen ihre Attraktivität und die nackten Füße ganz gezielt als visuelles Stilmittel nutzen, um Aufmerksamkeit zu generieren und am Ende ihre Bilder besser zu verkaufen. Dadurch bekommen die Künstlerinnen mehr Klicks und ihre Kunst wird bekannter.

Wie nehmt ihr das wahr? Ist das für euch eine reine, clevere Verkaufsstrategie oder schlicht die natürliche Freiheit im eigenen Atelier? Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

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Die meisten personen, die sich barfuß zeigen, werden das auch gerne machen. Kommt allerdings drauf an wo.
So tritt die hawaiianische Ukulele-spielerin Taimane Gardner bei konzerten stets barfuß auf. Inwzischen veröffentlicht sie auf ihrem kanal auch vlogs von konzertreisen und da ist sie zwar im hotelzimmer und auf der bühne barfuß, nicht aber auf den reisen dazwischen. Warum auch nicht, es muss schließlich nicht 100% sein.

Ich war schon mal barfuß auf einer modernen kunstausstellung und wurde für den künstler gehalten.
Passt irgendwie gut zur szene, auch bei konzerten neuer musik, wie es sie etwa in Graz immer wieder gibt. Auch bei der Klangwanderung der Klangspuren Schwaz bin ich mehrfach barfuß dabei gewesen, die reaktionen waren positiv.

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Das hat schlicht praktische Gründe. Die Farbe kann die nicht vorhandenen Schuhe nicht verschmutzen.

„Wie nehmt ihr das wahr? Ist das für euch eine reine, clevere Verkaufsstrategie oder schlicht die natürliche Freiheit im eigenen Atelier? Ich bin gespannt auf eure Meinungen!“

Mein Kunstschaffen pausiert gerade, aber aus jahrelanger Arbeit im Atelier, hier meine Antwort: Erstens ist der lackierte Betonboden angenehm zu spüren, außerdem kann ich mich barfuß wesentlich besser konzentrieren. Schuhe sind da nur eine Behinderung, und zwar ganz erheblich.

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Vielen Dank für diesen spannenden Einblick! Das mit der Konzentration auf dem Betonboden klingt absolut logisch. Würdest du dich selbst auch als einen leidenschaftlichen Genuss-Barfüßler bezeichnen oder war das im Atelier für dich einfach reiner Pragmatismus?

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Danke für die Frage; sie hat mich zum Nachdenken gebracht. Es ist weder-noch, sondern geht tiefer, es geht an den Kern meines Seins. Mit Nähe zu mir selbst. So viel als ersten Einblick; ich muß tatsächlich selbst noch genauer hinschauen (und entdecke dabei bereits das Eine oder Andere). Spannend.

Danke für die Frage. Ich komme darauf zurück.

Hallo @Gregor,

Im Rahmen meiner Ausbildung hatte ich eine Praxis-Station an der UdK Berlin. Der Bereich der Bildenden Künste hat dort besonderes Interesse bei mir geweckt, weil die Studierenden häufig und ganz natürlich barfuß in der Uni unterwegs waren. Meist mit verschmierten Klamotten und auch im Gesicht und an den Armen trugen sie Spuren ihrer Werkstoffe (Farbe, Ton u.ä.) Mich hat die Natürlichkeit dabei sehr berührt, sie haben halt an ihrem Werk gearbeitet und die entsprechenden Spuren getragen - auch an den nackten Füßen. Die darstellenden Künstler/innen waren auf der Bühne auch oft barfuß, auf dem Weg dorthin hatten sie aber meist Schlappen oder FlipFlops an, während die bildenden Künstler/innen auch in der Raucherpause oder in der Mensa einfach ganz natürlich barfuß gelaufen sind.

Da ich immer an das „Gute im Menschen“ glaube, denke ich, dass die von Dir vermutete Marketing-Strategie sicherlich auch vorkommt; aber nicht das für die Branche prägende Element ist :wink:

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Hallo Basti,
vielen Dank für deinen spannenden Einblick aus der UdK Berlin!
Mir geht es auch gar nicht darum, den Künstlerinnen abzusprechen, dass sie gerne barfuß gehen und auch gerne so arbeiten. Das ist im Atelier sicher total angenehm und ein tolles Gefühl. Was mir aber bei vielen Social-Media-Beiträgen auffällt, ist diese Häufung: Es sind sehr oft auffallend attraktive Malerinnen, bei denen die nackten Füße in Videos oder auf Fotos fast schon wie ein perfekt platziertes visuelles Stilmittel wirken.
Es ist wohl eine Mischung aus beidem: echte Leidenschaft im Alltag und clevere Vermarktung im Netz.

Hallo Gregor,
vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass meine Eindrücke nun auch schon 25 Jahre alt sind, aus der Zeit kurz nach der Umbenennung von der HdK zur UdK :rofl:
Ansonsten teile ich Deinen Eindruck, dass die Inszenierung attraktiver, barfüßiger Frauen auf Social Media von der Häufigkeit in keinem Verhältnis zu meinem Erleben im Stadtbild steht - leider :wink: Vielleicht schlägt da bei Dir und mir und wahrscheinlich auch anderen in diesem Forum zusätzlich noch der Algorithmus zu, weil wir solche Beiträge mit mehr Interesse verfolgen als andere?! Aber auch in der Werbung fällt mir das häufig genutzte „Stilmittel“ barfüßiger Models auf, dazu meine ich auch schon einen Thread gesehen zu haben?!

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