Mit offenen Augen durch Wien: Meine Barfuß-Vorbilder

Obwohl ich schon seit etlichen Jahren gelegentlich barfuß unterwegs bin, kommt es vor, dass es an manchen Tagen oder an bestimmten Orten Überwindung kostet. Aufgrund meiner eigenen Unsicherheit, die ich manchmal verspüre, tendiere ich dazu, andere Menschen, die offensichtlich überhaupt keine Probleme mit dem Barfußlaufen haben, zu bewundern und sie mir als Vorbild zu nehmen. Da ich jemand bin, der mit offenen Augen durch die Welt geht und viel beobachtet, fallen mir natürlich auch oft die Barfußgeher:innen in der Stadt auf. Mir sind vor allem drei Personen in Erinnerung geblieben, die mir in der jüngeren Vergangenheit besonders imponiert haben: Mir ist mal beim Aussteigen aus der U-Bahn ein junger Mann aufgefallen, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Er war schätzungsweise noch keine 30 Jahre alt, trug einen lässigen Hut und bequeme, lockere Kleidung. Er ging barfuß in Richtung Rolltreppe und steuerte dann ganz entspannt auf den Ausgang zu. Was mich an ihm so fasziniert hat, war sein extrem geschmeidiger Gang und seine selbstsichere Ausstrahlung.
Eine weitere Szene in der Wiener Innenstadt ist mir im Gedächtnis geblieben: Es war am frühen Abend auf der Kärntner Straße (das ist eine der belebtesten Fußgängerzonen mitten in der City). Ich war mit Bekannten unterwegs und uns kamen zwei Freundinnen entgegen. Ein Mädchen ging barfuß. Sie sind einfach nur an uns vorbeigegangen, aber die Barfuß-Flaneurin hatte eine unglaublich coole Ausstrahlung und offensichtlich keine Schuhe dabei. Sie trug weder eine Tasche noch einen Rucksack, in dem sie Schuhe hätte einstecken können. Mitten im Trubel der Großstadt so konsequent und frei unterwegs zu sein, hat mir extrem imponiert.
Eine andere Beobachtung hat sich mir in einer ganz anderen Umgebung eingeprägt – im Lainzer Tiergarten, einem wunderschönen Naturschutzgebiet am Stadtrand. Dort habe ich eine Mutter beobachtet, die gemeinsam mit ihren Kindern spazieren war. Das Schöne an dem Bild war: Die Frau lief komplett barfuß und auch einige ihrer Kinder flitzten ohne Schuhe umher. Diese Szene hat eine unglaubliche Ruhe und familiäre Gelassenheit ausgestrahlt.
Mein Fazit: Diese Menschen haben mich alle auf ihre eigene Art tief beeindruckt. Ich bewundere diese coole Art und diese absolute Selbstverständlichkeit, mit der sie aufgetreten sind.
Kennt ihr das auch, dass ihr im Alltag andere Barfußgeher:innen beobachtet und ins Schwärmen geratet? Habt ihr auch solche „Vorbilder“, deren Coolness euch inspiriert hat? Ich freue mich auf eure Geschichten und einen netten Austausch!

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Vielleicht sehen dich andere genauso als mögliches Vorbild?
Wenn ich andere sehe, gebe ich ihnen zumindest ein lächeln, eine aufmunternde geste, ein winken … als kleines zeichen, dass ich sie bemerke und es als positiv empfinde, mal nicht der einzige zu sein.

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Ob jemand barfuß eine coole Ausstrahlung hat, ist letztendlich auch eine Typfrage.

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Ich finde es wichtig mit gutem Beispiel voranzugehen, um vielleicht einzelne Leute dazu zu inspirieren, sich auch mal zu trauen.

Bei mir gab es vor einigen Jahren auch so einen Moment: Und zwar ist mir beim Zugfahren eine etwa gleichaltrige ganz normale barfüssige Frau begegnet, die ohne jegliches Gepäck gleichzeitig den Zug verlassen hat. Ganz nach dem Motto „Das kann ich auch!“ hat sie mich dazu gebracht, es auch einfach mal zu probieren.

Wenn ich mich an meine Schulzeit zurückerinnere (bin auf dem Land aufgewachsen), kam eine Bauern-Tochter im Sommer und bei Regen auch im Frühling/Herbst sehr oft barfuss zur Schule. Ich habe sie damals schon bewundert, wie selbstverständlich sie im Sport, in der Pause und teilweise auch während der Klassenfahrt barfuss war.

Ansonsten prägten sich bei mir eher Sichtungen in kälteren Jahreszeiten ein, weil sie noch rarer sind. Allerdings hüte ich mich immer davor, die Leute anzustarren oder anzusprechen, weil ich es umgekehrt ja auch nicht sonderlich mag.

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Es tut gut, zu lesen, dass meine Faszination für diese unbeschwerten Barfuß-Momente im Alltag kein Einzelfall ist. Genau diese kleinen Begegnungen sind es ja, die sich über die Jahre im Gedächtnis einprägen.
Ich kenne die fragenden Blicke der anderen sehr gut, wenn ich selbst barfuß gehe. Deshalb finde ich auch das bewusste „Nicht-Anstarren“ super. Man freut sich innerlich über Gleichgesinnte, möchte aber natürlich respektvoll bleiben.
Deine Worte haben mich zum Nachdenken gebracht. Wenn man selbst mit einer gewissen Unsicherheit kämpft, schaut man automatisch immer nur nach den anderen und sucht dort nach Inspiration. Mir ist oft gar nicht bewusst, dass ich durch mein eigenes Barfußgehen vielleicht selbst schon mal ein Vorbild für jemanden war, der sich bisher einfach nicht getraut hat.

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Vor Jahren, als die Kinder noch kleiner waren und einfacher für Ausflüge zu überreden waren, flanierten wir gemeinsam und zufrieden irgend wo in Örlikon (ich als einiger barfuss).
Eine entgegenkommende junge Frau kam uns mit breitem Lächeln entgegen und sagte: „schöne Aura“.
Der Art und Farben ihrer Kleidung nach vermutete ich, dass sie ab und zu auch schuhlos ist.

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Spannend, dass du das an ihrem Look und den Farben festgemacht hast! Manchmal sieht man Menschen einfach an, dass sie ein echtes Verständnis für das Barfußgehen haben. Egal, ob sie in dem Moment selbst barfuß war oder nicht: Ihr Stil hat signalisiert, dass sie diese Lebensweise absolut toleriert und schätzt.

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Da passt das auch. Es kommt aus der Zeit, aus der Kinder aus ärmeren Familien so oft wie möglich barfuß liefen, um die Schuhe zu schonen.

Das hat eine andere Ausstrahlung, als wenn heutzutage ein Kind aus reichem Hause barfuß in der Großstadt-Schule im sozialen Brennpunkt erscheinen würde.

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