Ich war im letzten Winter erstmals durchwegs barfuß (es war ja ein sehr milder Winter, außerdem war ich nicht so viel draußen unterwegs sondern meistr innerhalb von Gebäuden: Supermarkt, Shop, Museum, Konzert usw). Probleme hatte ich nie, höchstens ein paar neugierige Blicke, manchmal bin ich angesprochen worden, immer freundlich. Einige verächtliche Blicke - meist von älteren Ehepaaren - gab es gelegentlich auch. Recht oft haben Kinder auf meine Barfüßigkeit reagiert, so hat ein Kind laut gerufen: „Mama! Mama, schau, der Mann geht mit den Füßen!!! Mama, schau, der geht mit den Füßen, mit den Füßen!!!“.
Im großen Supermarkt hörte ich irgendwo ganz am anderen Ende das Klirren von Scherben. Plötzlich kam ein Mitarbeiter auf mich zu und sagte. „Entschuldigung, bitte passen Sie auf ihre Füße auf, in der Getränkeabteilung sind uns gerade mehrere Flaschen zerbrochen!“.
Seit kurzem trage ich Glatze, bin also „oben und unten barfuß“. Die ersten Tage habe ich mich etwas seltsam gefühlt weil ich gemerkt habe, dass mich viele Leute von unten bis oben mustern (erst Blicke auf die nackten Füße, dann rauf zur Glatze und wieder runter zu den Füßen). Verwandte und Freunde wollen wissen, warum ich so herumlaufe, ich sage, daß es mir Spaß macht, oben und unten barfuß zu sein, und es fühlt sich gut an.
Meine Frau ist total entsetzt (sie ist sowieso strikt gegen Barfuß, meint, das gehöre sich nicht, vor allem wenn man schon älter ist - ich bin 60).
Da erlaube ich mir doch mal ganz frech Dich hier in der Forumsgemeinschaft herzlich Willkommen zu heißen.
Und danke für Deinen schönen Bericht. Am Schluß läßt er durchblicken, dass Du schon ein gewisses „Mir doch egal was ihr denkt“ - Gefühl an den Tag legst. Sehr gut. Weiter so und noch weiterhin viel vergnügen beim barfußlaufen.
Grüßle,
Der Barfüssling
Immer weiter so! ![]()
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Mache ich genau so!![]()
dann kläre Deine Frau auf: ich bin 72 und seit 5,5 Jahren immer, überall, sommers wie winters barfuss
Hallo Tom, leider bin ich nicht so wie Du durchwegs barfuss unterwegs, aber doch oft genug, um Deine Erfahrungen zu bestätigen!
Gerade Supermärkte finde ich immer wieder spannend, weil man fast nirgends so grosse Temperaturunterschiede fühlt. Im Sommer halte ich mich gerne etwas länger bei den Kühlregalen auf, um etwas abzukühlen. Im Winter spüre ich den Temperaturunterschied zwar auch, aber ich finde die Böden dort gar nicht so kalt, wohl auch weil meine Körpertemperatur generell etwas tiefer ist und ich mir die Temperaturen von draussen her gewohnt bin.
Generell gibt es in Supermärkte kaum Reaktionen auf meine Barfüssigkeit, weil die meisten Kunden mit ihren eigenen Einkäufen beschäftigt sind. Am ehesten Mal ein kritischer Blick an der Kasse. Die Mitarbeitenden können jeweils gar nicht wahrnehmen, dass ich barfuss bin.
Im Sommer ist barfuß einkaufen für mich eher normal. In meinem „Supermarkt“ in einem Stadtteil in Köln ist es easy. Manche schauen mal, manche merken es gar nicht. Die Angestellten sagen auch nichts, haben sich vermutlich bei mir schon daran gewöhnt. Ich war wohl mal in einem anderen Stadtteil im Supermarkt, da sagte eine circa 35-jährige Angestellte „jetzt wird es immer verrückter, jetzt kommen die Leute schon barfuß einkaufen“. Ich hoffe, ich war dort nicht der letzte barfüßige Einkäufer und die Dame wird etwas entspannter. ![]()
Nach all den Jahren, bin ich inzwischen bestens als Barfüsser bekannt im meinen 3 Stamm Supermärkten. Es gab auch bisher zumindest nie Probleme. Ich werde genau so freundlich behandelt wie andere Kunden.
Merkwürdigerweise wurde ich auf Mallorca in einem Lidl aufgefordert Schuhe anzuziehen. Das war bisher einer der wenigen Male überhaupt. Ist schon merkwürdig, da es nicht wenige Barfüssige in der Gegend gab. Der Badestrand war nicht weit.
Deswegen. Die hielten Dich für einen Touristen, der nur am Strand barfuß ist und den Supermarkt mit Sand verunreinigt.
Es ist nicht nur die nähe zum strand.
Was südeuropa (genauer: „lateineuropa“) betrifft, also Italen, Spanien, Südfrankreich etc, habe ich festgestellt dass dort eine toxische fixation auf „zivilisiertheit“ vorherrscht – was meistens nur pseudo-zivilisiertheit ist die auf den äußeren schein abstellt anstatt auf echte innere werte.
Was die barfüßigkeit angeht, so fehlt in der lateinischen kultur außerdem komplett die nordeuropäische romantik der naturverbundenheit.
In aktion beobachten konnte ich diese zusammenhänge einmal wunderbar an dem besitzer eines italienischen straßencafés bei mir um die ecke. Nachdem ich angefangen hatte konsequent barfuß zu gehen und mich der besitzer zum ersten mal sah war seine reaktion sehr ungläubig und witzelnd. So richtig aus dem konzept gebracht hatten ihn dann die kommentare von einer gruppe kaffeedamen die einstimmig einwarfen „Ja das ist doch gesund!“. Dieses konzept hatte er vermutlich das erste mal in seinem leben gehört: Barfüßigkeit als etwas, das man absichtlich tut anstatt sich dafür zu schämen. Gesichtsausdruck so: Does not compute…
Deswegen überrascht es mich auch überhaupt nicht, wenn barfuß-feindlichkeit aus Italien oder Spanien berichtet wird:
Italien: Barfußverbot in Portofino
Italien: Barfußverbot in Forio auf Ischia
Ich bin seit mehr als 15 Jahren im Mittelraum, hauptsächlich die Balerean barfuß unterwegs.
Ich gehöre eher zun Urlaubern die erkunden anstatt am ewig am Strand oder im Hotel zu verbringen.
Am barfuß unfreundlichsten war Tunesien. Zum einen wegen der fehlenden Akzeptanz, zum anderen, es liegt unglaublich viel Müll auf den Straßen und Gehwegen. Scherben und Metall ist das größte Problem. Es gibt leider sehr viele illegale Müllkippen an vielen Stellen. Da hatte ich meine Notschuhe stets dabei.
Am barfuß freundlichsten war bisher Kreta. Egal wo ich war, Hotel, Cafe, Restaurant, Geschäfte usw. Es gab bisher nie Probleme oder Dergleichen. Ich konnte mich überall ganz normal bewegen. Ist schon komisch wenn man das schreibt, das man sich barfuß „normal“ in der Gesellschaft bewegen kann, obwohl es die natürlichste Form der Fortbewegung darstellt.
Auf Mallorca / Ibiza gab es hin wieder Probleme, wenn auch eher selten. Beim letzen Urlaub 2024 in Can Picafort, bin ich aus Erfahrung aktiv auf die Hotelleitung (Deutsche) zugegangen, wegen der Barfüssigkeit um mögliche Probleme gleich aus der Welt zu schaffen. Dazu legte ich mein Schwerbehinderten-Ausweis vor. Auch wenn es im juristischen Sinn nur bedingt mit der Barfüssigkeit zu tun hat, wurde es völlig akzeptiert und geduldet das ich barfuß mich im Hotel überall aufhalten konnte. Egal ob beim Frühstück, Abendessen oder bei Veranstaltungen.
Meiner Erfahrung nach, hilft der Schwerbindertenausweis erheblich bei Problemen mit der Barfüssigkeit. Ich kann nur jedem empfehlen sich beim VdK, seinen Arzt oder beim ZBFS sich zu erkundigen. Besonders die ältere Generation. 40% Anerkannte Schwerbehinderung ist gar nich so undenkbar zu erhalten, wenn gewisse Krankheitsfaktoren zusammen kommen. Zum Beispiel Diabetes in Verbindung Athrose in den Kniegelenken, dazu noch Rückenprobleme kann bereits dazuführen 40% zu erhalten.
Ich kann nur von meiner Erfahrung sprechen. Gesundheit ist was Indiviuelles und muss im Einzelfall betrachtet werden.
Gestern bei RTL: INSIDE Aldi und co!
Ein Barfüssiger Filialleiter eines Edeka Marktes! So herrlich selbstverständlich, sogar auf dem Großmarkt!
War jetzt nicht das Thema aber gut zu sehen!
Hut ab und ![]()
Ab minute 40:30
Ich mach mittagspause und geh jetzt entspannt barfüßig einkaufen!
Ist der EDEKA Hertscheck in Neubiberg. Zumindest dort dürfte dann barfuß einkaufen kein Problem sein.
Dieser Edeka Hertscheck war schon mehrmals im Fernsehen. Mich wundert, dass die BG das zulässt. Und mir fällt auf, dass kein Mitarbeiter barfuß rumläuft.
Gestern im örtlichen Konsumtempel sah ich nebst mir und meiner Liebsten noch eine weitere Person barfuss einkaufen.
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Woher nimmst Du diese Information? Möglicherweise ist die Berufsgenossenschaft in dieser Sache bereits aktiv geworden. Meiner Einschätzung nach ist der Einfluss dieser jedoch beschränkt; ansonsten gäbe es beispielsweise auf Baustellen nicht so viele offensichtliche Verstöße.
Ich denke das die Berufsgenossenschaft nicht zwingend verantwortlich ist, wenn der Markt-Filialleiter oder Betreiber selbständig ist. Er ist dann kein Arbeitnehmer und kann ggf. so arbeiten wie er will.
Genau in dieses horn habe ich auch schon an anderer stelle schon mal geblasen → Barfuß Autofahren - #35 von CSBF.
Die „Berufsgenossenschaft“ übt mitnichten autorität über jede form der berufsausübung aus, nur weil sie „beruf“ im namen trägt.
Ganz ehrlich: dieses pauschale „Lateineuropa = barfußfeindlich“ ist so nicht haltbar.
Ich laufe seit vielen Jahren in meiner norditalienischen Heimatstadt und auch in anderen Teilen Italiens konsequent barfuß – im Alltag, in Städten, in Cafés, teilweise auch in gehobenen Lokalen und auch mitten im Winter. Ich wurde noch nie schlecht behandelt oder irgendwo verwiesen, kein einziges Mal.
Die einzigen negativen Erfahrungen dieser Art in meinem ganzen Leben habe ich in einem Restaurant in Linz (Österreich) und in einem Hotel auf Menorca gemacht. Ziemlich grob angemotzt wurde ich außerdem einmal im Frühstückssaal eines Hotels in Berlin – durfte dann aber trotzdem weiter frühstücken.
Was ich in Italien erlebe, ist vielmehr eine typische Mischung aus Ironie und Spontaneität: dass jemand erst witzelt und dann ins Nachdenken kommt, ist kein Zeichen „toxischer Zivilisiertheit“, sondern eher Ausdruck von Offenheit. Italien ist heute in vielen Bereichen deutlich liberaler und entspannter, als es das alte Klischee nahelegt, auch was Kleidung und äußere Erscheinung angeht.
Die weitere These, dass es in „lateinischen Kulturen“ an Naturverbundenheit fehle, ist ziemlich abenteuerlich und kulturgeschichtlich kaum ernst zu nehmen. Sie projiziert ein nordeuropäisches Selbstbild auf andere kulturelle Kontexte.
Ein Blick in die Kulturgeschichte genügt: für den italienischen Dichter Francesco Petrarca wird bereits im 14. Jahrhundert die Besteigung des Mont Ventoux zu einem Schlüsseltext individueller Naturerfahrung – lange vor jeder deutschen Romantik.
Und Giacomo Leopardi entwickelt Anfang des 19. Jahrhunderts eine der radikalsten Naturphilosophien Europas, indem er die Natur gerade nicht verklärt, sondern als gleichgültige, mitunter feindliche Realität denkt.
Ein erheblicher Teil der Alpen liegt übrigens in Italien – und zwar nicht nur Südtirol, das lediglich einen kleinen Teil davon ausmacht – und wird jedes Jahr von Millionen Italienern intensiv genutzt. Bergsteigen, Wandern, Hütten… Ich selbst habe einen großen Teil meiner Kindheitssommer in den Bergen verbracht. Das Meer gehört übrigens ebenso zum Naturerlebnis wie Vulkane, Flussdeltas und Lagunenlandschaften. Die Vorstellung, es fehle Südeuropa an Naturbezug ist ein ahnungsloses Vorurteil. Italien verfügt im Übrigen sogar über eine leicht größere Waldfläche als Deutschland.
Zu den oft zitierten Verboten (Portofino, Forio/Ischia): ja, solche kommunalen Verordnungen gab es. Sie wurden in Italien jedoch kontrovers diskutiert und vielfach als kurioser Aktionismus wahrgenommen. Es ging dabei weniger um „Barfußfeindlichkeit“ als um den Versuch, touristisches Verhalten zu regulieren – Stichwort: Badebekleidung im Stadtzentrum.
Im italienischen Barfußforum wurde zudem mehrfach berichtet, dass Personen in diesen kleinen Gemeinden barfuß – aber ordentlich gekleidet – unterwegs waren und sogar bewusst an Stadtpolizisten vorbeigingen, ohne dass etwas passiert ist. In Italien spielt situatives Abwägen oft eine größere Rolle als starre Regelbefolgung.
Portofino wiederum ist ein Spezialfall, ein Biotop aus Luxus, Prominenz, Yachten und Inszenierung. Wer daraus Rückschlüsse auf „Italien“ zieht, kann genauso gut Sylt zum Maßstab für ganz Deutschland erklären.
Umgekehrt liest man hier im Forum regelmäßig von Problemen in deutschen Supermärkten oder öffentlichen Einrichtungen. Würde man nur diese Berichte kennen, könnte man ebenso den Eindruck gewinnen, Deutschland sei ein ausgesprochen barfußfeindliches Land. So einfach ist es aber eben nicht.
Ich bin völlig unbehelligt barfuß in Venedig herumspaziert, als dies noch keinen Eintritt kostete …





