Barfuß und Konflikte mit (Ex-)Partner

Huhu,
ich habe mir Gedanken gemacht über das Thema barfuß in Beziehungen. Dazu möchte ich meine Erfahrungen mit dem Expartner beitragen. Männer können manchmal Barfüße als peinlich empfinden. Ich möchte jetzt nicht allzu sehr ins private gehen, aber: Ein Expartner von mir war grundsätzlich tolerant wegen meiner Barfüße, aber ihm war es unangenehm, wenn ich mit ihm vornehmere Plätze aufsuchte.
Im normalen Alltag hat ihm barfuß nie gestört. Aber barfuß mit mir im Restaurant war ihm unangenehm, so dass ich dort immer Schuhe trug, weil ich es verstehen konnte. Aber selbst barfuß im Biergarten, war ihm unangenehm. Auch bei einem Straßenkonzert, als ich meine Schuhe zuhause lassen wollte kam es zu Streitigkeiten. Es war zwar im freien, aber trotzdem ein Konzert. Dabei war ich sonst vornehm angezogen, trug ein langes Kleid.
Ihm war es peinlich, mit einer barfüßigen Freundin in vornehmen Situationen gesehen zu werden.
Bei einem Städtebesuch störte er sich, dass es an einem Feiertag war. Auch bei einer Party bei Kumpels von ihm war es ihm unangenehm. Dabei kannte mich dort keiner. Es half leider nicht, dass ich meine Füße mit Schmuck vornehmer aufwertete. Die Party als solches war leider auch nicht so spannend. Mit den Leuten dort konnte ich mich nicht identifizieren und ich wurde in den Gesprächen dort auf meine nackten Füße reduziert. Da fühlte ich mich dann doch unwohl.
Jetzt habe ich meinen Gefühlen mal freien Lauf gelassen.

Lieben Gruß
Annika

1 „Gefällt mir“

Bei uns ist es eher anders herum. Ich laufe jetzt immer öfters barfuß. Auch heute, obwohl ja Schnee liegt. Aber auch kein Problem, weil es nur ein paar Meter sind und drinnen ist es warm, genau wie im Auto.

Die Leute in unserer Gemeinde sind damit fein. Meine Frau ist skeptisch.

Allerdings würde ich es nicht auf Streit ankommen lassen. Unsere Beziehung ist wichtiger als nackte Füße mit Gewalt. Und meine Frau ist auch nicht zickig mit mir. Aus Liebe werden wir es schon hinbekommen.

Mein Eheweiberl hat sich inzwischen ziemlich dran gewöhnt, und die Situationen, wo es IHR unangenehm wären, sind genau die, wo auch ich allein aus Rücksicht auf mögliche Befindlichkeiten der anderen Gäste wenigstens teilweise beschuht auflaufe (konkret zuletzt eine Beerdigung. Friedhof beschuht, Leichenschmaus in gutbürgerlicher Wirtschaft problemlos bf). Das ärgste „Konfliktpotential“ ist immer noch, wenn sie für mich mitfriert, wo es für mich noch lang nicht zu kalt ist, da ziehe ich als netter Partner gelegentlich nur ihr zuliebe meine Minimalschuhe an…

1 „Gefällt mir“

Hallo Annika,

es ist natürlich schade, wenn eine Beziehung deswegen scheitert. Andererseits erscheint es mir aus Deinen Schilderungen so, dass gar nicht unbedingt nur die Füße dafür der Grund waren, sondern dass da ohnehin zwei ganz unterschiedliche Denkweisen aufeinander getroffen sind? Vielleicht hat Dein Barfußsein das nur schneller zutage gebracht?!

Durch ein Buch, das ich kürzlich gelesen habe, kenne ich jetzt den Unterschied zwischen Moral und Ethik. Das war mir vorher nicht so bewusst.

Während das Leben auf freien Füßen objektiv niemandem schadet oder Leid hinzufügt, ethisch also vollkommen vertretbar ist, kann es unter moralischen Gesichtspunkten tatsächlich zu Konflikten kommen, denn Moralvorstellungen sind immer an die Werte bestimmter Gruppierungen gebunden und eher subjektiv.

Deswegen muss Moral immer wieder hinterfragt werden, um seinerseits nicht wieder zu Leid zu führen, also unethisch zu sein. Bestes Beispiel sind die staatlichen Kirchen, die mit ihren völlig überholten Moralvorstellungen vielen Leuten Leid zufügen, obwohl sie selbst Milde predigen. Beim Thema barfuß kennen wir die unzeitgemäße Bemerkung: „das macht man nicht in der Öffentlichkeit!“. Wenn solche Vorstellungen mit der Freiheitsliebe von Barfüßigen aufeinander treffen, gibt es einen Konflikt.

In einer Beziehung ist es vermutlich besser, das früh zu erkennen als zu spät.

2 „Gefällt mir“

Ich habe da viel Glück. Meine Frau war anfangs eher skeptisch und wollte auch mit mir nicht unangenehm auffallen. Das hat sich im Lauf der Jahre aber komplett gewandelt. Mittlerweile verteidigt sie meine Barfüße „mit Zähnen und Klauen“. Wir sind allerdings mittlerweile auch beide sehr unorthodoxe Typen, die wenig darauf geben, was andere von uns denken, solange wir uns mit etwas gut fühlen und niemandem schaden.

3 „Gefällt mir“

Hallo zusammen!

Bei uns ist es auch so das meine Frau zuerst sehr ablehnend meinem „Spleen“ gegen über war. Von wegen „was sollen die Leute denken!?“ Hab übrigens mittlerweile ein T-Shirt mit dem Spruch…
Zum Glück hat sich das sehr gewandelt! Ab Frühjahr ist es ok wenn ich barfuß bin. Nur in Restaurants mag sie es nicht, ist auch ok. Wenn ich alleine bin gehe ich aber auch barfuß ins Lokal. Urlaub verbringe ich barfuß mit der Familie. Bin echt froh daß sich das so entwickelt hat. War früher schon sehr stressig.
Zum Glück ist auch der Rest der Familie mittlerweile daran gewöhnt das ich barfuß unterwegs bin.
Der Ritterschlag, so zu sagen, war letztes Jahr die standesamtliche Hochzeit meines Ältesten! Da hätte ich sogar barfuß gehen können, für die beiden wäre es ok gewesen. Habe ich dann aber abgelehnt, erst beim anschließenden Essen war ich dann schuhlos!

Grüße
Rainer
rainergehtbarfuss

2 „Gefällt mir“

Ich finde es aber auch spannend, wie es manchmal Unterstützung gibt.
Plötzlich merkt man, dass auch andere inzwischen auf Minimalschuhe umgestellt haben oder eben mehr barfuß gehen, als man vorher dachte.
Auch wenn es viele nicht so im Alltag tun.

Das Feedback kommt, dass das ja völlig okay sei. „Ist ja gesund“ …
Von Leuten mit Schuhen dran :wink:

Jedenfalls werde ich es nicht irgendwo mit Gewalt machen. Wenn ich den Eindruck habe, dass es nicht in die Situation passt, dann hab’ ich eben mindestens Socken an den Füßen oder Minimalschuhe.

Ich bin gespannt auf die wärmere Zeit. Da wird es mir möglich sein, es mehr zu tun. Da könnte es potenziell mehr Konflikte geben. Aber eigentlich denke ich, dass wir das schon friedlich schaffen können.

Gut so!
Hat er Dich als Menschen geliebt?! Dann dürften ihn Deine nackten Füssen nicht gestört haben… Einander nehmen und unterstützen, wie man ist, das wäre doch eigentlich das Ziel in einer Beziehung?!
Über Moralvorstellungen sprechen und warum es Mühe macht, wenn die Partnerin oder der Partner „aus dem Rahmen fällt“, und sich folgende Frage stellen: Was ist wichtiger: Das Wohl der Partnerin oder "sich blöd fühlen, weil die Freundin nicht dem Schema F entspricht? Das scheint mir in solchen Fällen unabdingbar.
Vielleicht sind derlei Gespräche eine Chance: die Beziehung wird stärker, oder man merkt, dass es auf Dauer nicht klappt, weil gerade durch das Barfusslaufen die unterschiedlichen und unüberbrückbaren Differenzen zutage treten.

Liebe Grüsse
Dorothea

1 „Gefällt mir“

Da bin ich ja wirklich in einer sehr beneidenswerten Lage! Mein Eheweiberl unterstützt mich nicht nur, sondern macht auch in der warmen Jahreseit gerne mit. (Altgediente aus dem Gelben kennen sie noch von den zahlreichen Treffen und können das bestätigen.)
Und nicht nur mein Eheweiberl steht hinter mir, sondern mein ganzes Umfeld.

Nur das „Mitfrieren-Phänomen“, was ich im Winter oft von Unbekannten zu hören bekomme, habe ich noch nicht enträtselt.

Ob das ein ähnlicher Effekt ist wie bei der Homöopathie ? Die Information ist es, die wirkt - nicht die Materie!!

(Hallo Sven ;-))

Das nicht „Mit-“ (ich friere ja nicht), sondern „Fremdfrieren“ ist reine Psychologie in Tateinheit mit der persönlichen Komfort- und Grenztemperaturen der fremdfrierenden Person. Da liegen zwischen mir und meinem Weiberl mindestens 5 Grad. Ohne Wärmflasche oder ersatzweise wärmendem dicken Plüschkater geht mein Weiberl nicht ins Bett.

Bei uns ersetze ich die Aufgabe des Plüschkaters.

Hast sie es noch nie damit versucht ? [1]

(Eine echte Win-Win-Situation !)


  1. Um evententuelle Missverständnisse/vermutete Anzüglichkeiten auszuschließen: In diesem Falle natürlich DU! ↩︎

1 „Gefällt mir“

Das wird langsam off-topic mit vielen Insiderinfos…,…

mit dem „ich bin der Plüschkater“-Ansatz (ich so: „ich wärm dich dann“) hab ich sie vor Jahrzehnten davon überzeugt, im August und September, den letzten freien Ferien vor ihrer Diplomprüfungsphase, für 8 Wochen nach Neuseeland zu fahren. Real lief’s dann andersrum, sie war meine Wärmflasche im Wohnmobil, nachdem ich bis zur persönlichen Vereisung den südlichen Sternhimmel bewundert habe. „kaltkaltkaltkaltdubistsoschönwarm“ sollen, so die Überlieferung, in dieser Nacht meine letzte Worte vorm sofortigen Wegratzen gewesen sein. Daß ich sie mit diesen falschen Versprechungen in den Winter der südlichen Hemisphäre gelockt habe, hält sie mir heute noch vor :blush:
Ansonsten scheitert das eigentlich meistens an unseren Tagesabläufen. Sie ist eine Lerche (nicht nur beruflich, Lehrerin, Aufsichtspflicht ab halb 8 winkt, auch gut mit dem Tagesablauf des vorgenannten Plüschkaters zu vereinbaren, wenn der 2h vor Sonnenaufgang alles andere als plüschig warm, sondern :paw_prints: und tropfnaß, dennoch bestens gelaunt und hungrig reinkommt, hopp, aufs Bett, und sein Frühstück explizit von ihr verlangt) und geht entsprechend mit den sprichwörtlichen Hühnern und dem genannten realen Plüschkater (wenn er nix wichtiges im Revier zu erledigen hat) ins Bett. Ich bin eine Eule, kann mich morgens noch mehrfach im Bett umdrehen, bis der erste Kunde anruft, dafür sitz ich um 4 Uhr morgens manchmal NOCH vorm CAD, wo der Kater SCHON sein Frühstück will.

1 „Gefällt mir“