Beschwerde an den Supermarkt "Cora" in Forbach (Frankreich)

Hallo zusammen!

Am Feiertag Fronleichnam war ich in Frankreich unterwegs, natürlich barfuß und ich beschloss, in den Supermarkt „Cora“ zu gehen, in Frankreich ist Fronleichnam kein Feiertag, was aber nicht der Grund war, weshalb ich das Kaufhaus aufsuchte, ich entschied das ganz spontan. Was mir dann passierte, könnt Ihr meiner Beschwerde-Email, die ich an die Cora-Filiale schrieb, entnehmen, ich füge den Text aus der Email nachfolgend ein.
Es sei noch gesagt, dass man in Bezug auf das „Cora“ auch in Deutschland Werbung macht, sodass man in der Geschäftsleitung wohl der deutschen Sprache mächtig ist und zudem können die meisten zumindest älteren Franzosen in der Grenzregion Deutsch.

Liebe Grüße,
Andi

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Hallo Andi,

wirklich sehr ärgerlich, dass du bei diesem Supermarkt Probleme hattest. Mal wieder dieses elende „Hygiene“-Argument :face_with_hand_over_mouth: Dass dies den Leuten nicht selbst auffällt wie unsinnig ihre Begründung ist…

Die E-Mail ist super geschrieben, aber auch sehr umfangreich (ich hätte ein bisschen gekürzt, zB
das mit dem Ehepaar). Ich fand es super, dass du so fair warst und positiv erwähntest dass die Security-Mitarbeiter trotzdem freundlich waren.

Ich hoffe du bekommst eine positive Antwort und eine Entschuldigung! :wave:t4:

Hallo Peter!

Vielen Dank für Deine positive Rückmeldung, ich wollte es einfach bis ins Detail schildern und erwähnte deswegen auch das Ehepaar, da ich der Sache, gegenüber der Geschäftsführung, noch Nachdruck verleihen wollte und sie den Vorfall Eins zu Eins so lesen sollen, wie er sich abgespielt hat, so viel sollte ihnen an ihren Kunden liegen, dass man eine Email zuende liest.
Bis jetzt habe ich leider keine Antwort erhalten, aber bis ich die richtige Emailadresse recherchiert hatte, gingen einige Tage ins Land, zumal ich mich ja auch noch anderen Dingen widmen musste.
Dennoch ist es ja nun schon eine Weile her und ich finde es Sch …, dass man sich noch nicht bei mir gemeldet hat, ob mit einer positiven oder einer negativen Antwort, denn das ist man seinen Kunden schuldig!

Barfußgrüße,
Andi

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Hallo Andi,

die Situation ist ärgerlich. Es ist bewundernswert, wie viel Aufwand du in die Beschwerde hinengesteckt hast.

Waren Notfallschuhe keine Option? Ich hätte in so einem Fall (wenn die Modellautos für mich wirklich wichtig wären) lieber meine Minimalsandalen aus der Hosentasche gezogen um schnellstmöglich an mein Ziel (die Autos) zu kommen. Oder (wenn die Autos nicht so wichtig wären) wäre ich einfach weiter gegangen.

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Hallo feeltheworld!

Wenn mir etwas wichtig ist und das Barfußgehen ist mir wichtig, dann lege ich auch viel Energie in eine Sache.
Davon abgesehen, dass ich in der Regel keine Schuhe dabei habe, hatte ich an diesem Tag tatsächlich meine Birkenstock-Dreischnaller im Auto, aber wenn ich mal barfuß war, ziehe ich diese nicht mehr an, bis meine Füße wieder gewaschen sind, sonst werden meine Schuhe innen schmutzig, was ich nicht will, selbst wenn, hätte ich das aus Prinzip schon nicht gemacht, weil ihr Verhalten falsch war und ich definitiv NICHT klein bei gebe!
So wichtig sind mir die Modellautos nicht und außerdem: in den unendlichen Weiten des Internets bin ich auch ganz sicher nicht auf diesen Laden angewiesen, ich habe das nur so geschrieben um zu verdeutlichen, dass ihnen durch das Verhalten der Sicherheitsleute ein gutes Geld durch die Lappen gegangen ist, gekauft hätte ich wohl eher nicht viel oder bestenfalls eines der Autos, aber das brauchen Die ja nicht zu wissen.
Man hat sich falsch verhalten und sollte bemüht sein, die Situation des verärgerten Kunden zu entschärfen, aber auf einen Kunden können sie verzichten, wenn ihnen die Negativwerbung auch egal ist, dann bitteschön, es ist auf jeden Fall kein Rufmord und/oder eine Geschäftsschädigung, da ich nichts als die Wahrheit erzähle.

Liebe Barfußgrüße,
Andi

Wobei das, wenn es an die ganz große mediale Glocke gehängt wird, durchaus bei der beschuhten Mehrheitsgesellschaft auch völlig nach hinten los gehen kann, im Sinne von „was regen sich diese komischen Spinner da auf? Sollen sie halt Schuhe anziehen wie jeder normaaaaale Mensch…“

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Ich bin da zwiegespalten. Entweder hätte ich Schuhe angezogen oder ich hätte eben beschlossen, dass der Laden nicht mehr existiert.

Vermutlich hätte ich auch einen Brief geschrieben.

Aber ich denke nicht, das ein Brief immer etwas ändert und ich hätte nicht mit der Community gedroht.

WOT — wall of text!

Tipp: Man kann hier lange texte in so einem aufklappbaren „details…“ gadget verpacken, das macht das (edit: scrollen natürlich, nicht das lesen) angenehmer.

Was die sache angeht: wenn man sich mal zum thema barfuß im alltag und in der öffentlichkeit im internet umsieht, auch im englischsprachigen bereich (z.B. reddit/r/barefoot oder influencer wie @theamazingmara oder @barefootisanoption) erkennt relativ schnell einen recht breiten konsens:

  • Probleme wg barfüßigkeit in geschäften werden praktisch immer nur durch einzelne mitarbeiter vor ort bereitet, und fast nie durch das unternehmen selbt.

Heißt: Die securities oder sonstigen provinzkaiser handeln praktisch immer auf eigene faust und ohne deckung durch die geschäftsleitung.

Ich habe jetzt schon so viele stories gelesen wo am ende der sicherheitsmann oder verkäufter nach rücksprache mit dem filialleiter bedröppelt da stand, oder nach beschwerde bei der konzernzentrale eine entschuldigung fällig war.

Daher habe ich mir vorgenommen, das ich zumindest nicht ganz kampflos verschwinden werde falls mir so etwas mal passieren sollte. Ich habe mir schon einen kleinen waschzettel gedanklich vorbereitet:

Aufklappen für liste
  • Ich als barfüßer tue niemandem weh, und bin ein friedlicher und zahlender kunde.

  • Ich verstoße gegen keine gesetze und vorschriften (*)

  • Das hygiene argument ist haltlos (alles wovor du bei nackten füßen angst hättest, gilt für nackte hände zehnmal mehr; und pilze wachsen in schuhen und strümpfen, nicht auf nackter haut)

  • Das sicherheits- und haftungsargument ist fast haltlos (die schuhmodelle, mit denen ich erlaubterweise den laden betrefen dürfte, z.B. flip-flops, bieten so wenig schutz dass dann barfuß auch kaum mehr-risiko darstellt)

  • Wenn alles nichts hilft, den provinzkaiser daran erinnern dass er nicht im interesse des unternehmens handelt, wenn er mich rausschmeißt; und dass er jetzt nochmal die gelegenheit hat scharf nachzudenken ob er das wirklich durchziehen will - weil das eine automatische beschwerde gegen ihn zur folge hätte.

(*) = wenn dies tatsächlich so ist, manchmal gibt es tatsächlich vorschriften, aber: einfacher arbeitsschutz gilt nicht, der betrifft nur die angestellten, nicht die kunden!

Mag sein, aber von der großen medialen Glocke sind wir hier auch noch ein Stückchen entfernt. Ich finde es auch gut, wenn man seinen Ärger authentisch äußert, so lange man höflich dabei bleibt.

Man muss sich nur klar sein, was man erreichen will und kann. Bei einem Geschäft, das ich nicht regelmäßig zu besuchen gedenke, würde es mir reichen, dem Betreiber mitzuteilen, dass es mein Bedürfnis als Kunde ist, unbelästigt und auf eigene Gefahr barfuß einkaufen zu können, weil das bei den meisten Mitbewerbern sachlich und versicherungstechnisch kein Problem darstellt. So ein Schreiben hat zwar als Einzelmeinung kein großes Gewicht. Spätestens aber wenn jeden zweiten oder dritten Monat so ein Schreiben eingeht, würde wohl ein gewisses Nachdenken einsetzen.

Worauf ich mich nicht einlassen würde, ist das „versicherungstechnische“ Argument. Das scheint nämlich bei Anbietern, die aufgrund ihrer Größe besonders viele Kunden und damit in absoluten Zahlen auch viele barfüßige Kunden haben, gerade ausdrücklich kein Problem zu sein (z.B. Bahn, Aldi, Lidl, oder nicht privat geführte REWE-Märkte.) Die wissen wahrscheinlich bzw. haben von ihren Anwälten durchchecken lassen, dass sie, wenn sie Fußverletzungen wirklich vorbeugen wollten, dann auch analog zu Arbeitsschutzvorschriften Flip Flops verbieten lassen bzw. geschlossenes, festes Schuhwerk vorschreiben müssten - was schlicht nicht durchsetzbar wäre. Möglicherweise wäre auch die Gefahr zu hoch, dass bei selektiven Kleidungsvorschriften daraus eine Pflicht des Anbieters abgeleitet werden könnte, auch Vorschriften zum Schutz von anderen Körperteilen zu erlassen. Es wäre toll, wenn sich mal jemand, der oder sie sich juristisch in dieser Hinsicht auskennt, hierhin verirren würde und die rechtlichen Hintergründe genau erläutern könnte.

In der Zwischenzeit versuche ich immer so weit es geht positiv zu argumentieren: Kunden- und Rabattkarten bedeuten mir nichts, aber die Versicherung, auf eigene Verantwortung nach der Arbeit noch einen entspannten barfüßigen Spaziergang mit achtsamem Einkauf in meinem Lieblingssupermarkt tätigen zu können, ist eine exzellente Kundenbindungsstrategie. Für eine barfuß-Kundenkarte würde ich ebenso Geld bezahlen, wie ich mich finanziell am Verwaltungsaufwand beteiligen sollte, falls der Ladeninhaber sich mit einer Haftungsausschlusserklärung meinerseits absichern möchte.

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Ich habe vor vielen Jahren Ähnliches in einem Supermarkt in Sarreguemines erlebt. Da war ich aber bereits im Geschäft. Irgend so ein „Security“-Mensch rief hinter mir her. Da ich jedoch keine Lust auf eine Diskussion mit ihm hatte - ich konnte mir denken, was er wollte - hab ich einfach auf taub gestellt. Schließlich hat er mich in Ruhe gelassen.

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Sei froh, dass deine Strategie des Ignorierens Erfolg hatte! Passt dann doch! :slightly_smiling_face: Ich wurde bis auf einmal letztes Jahr im Spätsommer noch nicht einmal in einem Geschäft auf meine Schuhlosigkeit angesprochen. Weil ich dann ähnlich wie du auch keine Muße hatte mich rechtfertigen zu müssen, hab ich dann zu einer kleinen Notlüge gegriffen und behauptete, dass ich mich Inline-Skates da bin und ich an der Eingangstür das Verbot für Inline-Skates gesehen habe (das mit dem Schild stimmte wirklich, dass ich mit Skates da war jedoch nicht). Vielleicht kennt jemand diese Schilder, zum Beispiel rotes Verbotsschild mit durchgestrichenem Motorradhelm (vermutlich dass du identifizierbar wärst und dich niemand mit einem Räuber verwechselt? :smile:), Eis (kein Essen, Eis in den Laden mitnehmen), Hund muss draußen bleiben, und dann war da eben dieses Schild mit den Rollschuhen („Laden nicht mit Rollschuhen/Skates betreten“?).