Prominente barfuß: Brigitte Bardot

In den 60ern und 70ern liefen selbst Promis gerne barfuß.

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Was für ein Bohei um etwas völlig Normales, Natürliches !

„Skandal“, man glaubt es nicht !

Insofern eigentlich auch mein Hang dazu, Barfuss in der Öffentlichkeit zu etablieren, bis es die Leute nicht mehr als ungewöhnlich betrachten.

(Das gelingt natürlich nicht bei dem - ich sag’s jetzt mal drastisch! - "Unterschichten-TV, da muss man schon sehr kritisch sein mit wem man sich einlässt!)

Und wie absurd: FKK ist sowas absolut Normales, Unerotisches. Überall Nackte !
Aber wenn irgend einem „Sternchen“ zufällig mal versehentlich (oder absichtlich) ein „Nippelblitzer“ passiert dann ist das groß in den Medien.
Und wird zum sexuellen Großereignis stilisiert.

Was für eine bescheuerte Welt!

DAS geht leider auch generell zurück. Sogar die berühmte Nackertenwiese in MUC (im Englischen Garten) wird heute wieder weit überwiegend mit normaler Badekleidung benutzt, und gleichzeitig, während die feministische Bewegung in den Hausordnungen Gleichberechtigung im Sinne von „oben ohne für alle erlaubt“ durchgekämpft hat, sieht man viel weniger so als früher.
Das ist irgendwie wieder ein Rückfall auf „konservative“ „Werte“ aus verschieden alten, nicht unbedingt immer guten Zeiten…

In vielen Punkten und auf vielen Ebenen entfernen wir uns von angenehmer Scheißegalizität i.S.v. „Leben & leben lassen“…

Manchmal hab ich das Gefühl, bewußt im Alltag barfuß zu sein, bekommt - ungewollt oder nicht - eine ganz gewaltig politische Dimension…

Im NZZ-artikel werden prominente in den 1950er bis 1970er jahren gezeigt: Jane Fonda, Brigitte Bardot, Jackie Kennedy Onassis, Audrey Hepburn, Donyale Luna, Valérie Lagrange, Mike und Catherine Marshall, Christopher Wedow (plus ein paar unbekannte) und das überwiegend in mediterranen urlaubsorten, aber auch in großstädten. Der text stellt richtig fest, dass das modisch keineswegs deplaziert wirkt.

Aber warum sollte das heute nicht genauso gut gehen? Nicht nur bei promis, sondern auch im alltag normaler leute ohne besonderen bekanntheitsgrad? „Zu heiss, zu dreckig, zu nass“ - wirklich? Zu heiß mag es an manchen tagen des Jahres sein, aber auch dann nicht den ganzen tag; spätestens nach sonnenuntergang besteht keine verbrennungsgefahr mehr und am frühen morgen auch nicht. Aber das war damals wohl kaum anders. Ob es wirklich dreckiger geworden ist, hängt wohl vom ort ab; es dürfte heute eher weniger ruß und blei in den städten geben und mit dem allmählichen abschied von verbrennungsmotoren kann sich das nur noch weiter verbessern. Und zu nass zum barfußgehen war es mir noch nie (wohl aber zu nass für schuhe).

In stilfragen gibt es keine absoluten Wahrheiten, sondern persönliche geschmacksurteile, und ein solches folgt: Wie die beispiele zeigen, können nackte füße problemlos bestandteil eines „smart casual outfits“ sein, und das unabhängig von alter und geschlecht. Es ist eben nur ein ausdruck des persönlichen stils und der vorlieben. So habe ich mir kürzlich eine weiße hose in praktischer knöchellänge gekauft, für das gepflegte kulturleben an lauen sommerabenden, dazu werde ich bestimmt keine schuhe tragen.
Ich würde niemandem raten, barfuß zu gehen, wo er oder sie sich nicht wohlfühlt. Aber wenn sich jemand unsicher ist, können vereinzelte barfußgänger vielleicht schon den ausschlag geben, es doch einmal zu versuchen.

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Ist ja auch kürzlich immer wieder in den Medien, wenn heutige Promis jeder Liga barfuß auftauchen. Das Thema spaltet sich dann jedesmal, insbesondere in den Kommentarspalten dazu, v.a. in die Richtungen „das wird ein Modetrend“ bzw. „das ist nur eine kurze Mode, ein Trend, geht wieder vorbei (wahlweise: leider oder zum Glück)“ bzw. „bäh, wie eklig, hoffentlich geht das rasch vorbei“.

Es ist spannend, wie viele das kommentieren müssen, um damit klarzukommen, das jemand so etwas banales tut.

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Meinst Du hier im Forum oder da draußen in den Kommentaren unter den jew. Medienbeiträgen?

Draußen… Menschen, die selbst maximal im Freibad ohne Schuhe sind. Aber dann anfangen über Sportler, Promis zu philosophieren die einmal ohne Schuhe gesehen wurden.

Oder allgemein Leute, die uns barfuß sehen und das verarbeiten indem sie dumme Sprüche machen.

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Grossartig, barfüssige Promis im Alltag sind eigentlich die beste Werbung für unseren Lebensstil und können wohl viel effektiver einen Nachahmereffekt bewirken als wir Normalsterblichen. Wenn Barfüssigkeit als stilvoll oder gar sexy wahrgenommen wird, ist das ein Riesenschritt hin zur Enttabuisierung der natürlichsten Sache der Welt. Leider hatte die Promi-Barfusskultur der 1960er Jahre offensichtlich keine nachhaltige Auswirkung auf die Wahrnehmung von blossen Füssen in der heutigen Gesellschaft…:confused: Ich wünsche mir oft, dass einmal ein/e Designer/in von Haute Culture auf die Idee kommt, Barfüssigkeit als Komponente einer Sommerkollektion zu präsentieren. Nackte Füsse als guter Stil, vorgetragen von Vorbildern und Mode-Ikonen, könnte doch vielleicht funktionieren…!?