Sarkastisch-abwertende Haltung einer Grundschulleiterin bezüglich „Barfuß-Kindern“

Huhu :blush:

Mein Kind wird bald eingeschult, ich war beim ersten Elternabend der neuen Grundschule anwesend.

In der Grundschule sollen die Kinder Hausschuhe tragen. Relativ zum Ende der Infoveranstaltung hat ein Elternteil gefragt, ob Barfußlaufen auch in Ordnung ist. Der erste Kommentar der Schulleiterin: „Die Kinder, die barfuß laufen, kenne ich von Tag eins an“, in einem sehr abwertenden Ton. :roll_eyes:

Sie hat dann erläutert, dass die Kinder häufig Probealarm haben und dann nach draußen müssen; auch bei kalten Temperaturen; dass es dabei Böden gibt, die „sehr unangenehm sind“; dass laut ihr weder Socken, noch Stoppersocken, noch „barfuß“ gegen Ausrutschen oder unangenehme Böden helfen würde, sondern eben nur Hausschuhe. Und zum Schluss dann wörtlich: „Die barfuß-Kinder sind meine Lieblingskinder“ erneut im sehr sarkastisch-abwertenden Ton. :roll_eyes:

Nun… das ist inhaltlich kompletter Blödsinn. :joy:

Da mein Kind mit mir draußen oft barfuß läuft, aber in der Kita immer in Hausschuhen, da es die Hausschuhe halt mag, dachte ich mir, was solls; eine Richtigstellung hätte mir keinen direkten Nutzen gebracht, da die doch sehr eitle Schulleiterin von ihrer Position vermutlich sowieso nicht abgerückt wäre. Zumal ich müde war und nach Hause wollte.

Einige Stunden später meldet sich nun allerdings mein Bauchgefühl mit der Info, hätte ich mal doch reagiert, da diese Aussagen jetzt ohne Widerspruch im Raum stehen gelassen wurden. Als liberal-pragmatischer Mensch bin ich aber sehr abgeneigt davon, Dinge nur der Dinge wegen richtigzustellen und in diesem Zusammenhang andere Personen zu belehren.

Wärt ihr an meiner Stelle, würdet ihr euch im Anschluss noch bei der Schulleiterin melden? (E-Mail / beim nächsten Infoabend / erst melden, wenn mein Kind irgendwann sagt „Hausschuhe sind doof, ich will jetzt barfuß sein“?) Falls ja, was würdet ihr schreiben?

Beste Grüße :blush:

OWL

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Ich glaube, es würde wenig Sinn machen, im Nachhinein das Thema bei ihr nochmal anzusprechen.
Es scheint so, als ob ihre Meinung zum Thema Barfüßigkeit feststeht.
Ist zwar sehr schade, dass sie da keine Toleranz zu haben scheint,
aber sie sitzt leider auch am längeren Hebel.
Letztendlich muss es dann dein Kind ausbaden, wenn es bei ihr auf der „schwarzen Liste“ steht.

Macht es vielleicht Sinn, sich mit dem anderen Elternteil abzusprechen?
Vielleicht haben die ja eine Idee.

Andere Frage: Warst du am Elternabend selber barfuss?
:innocent:
Ich war an den letzten Elternabenden meiner Kinder barfuss. Allerdings war dies in der Oberstufe/Berufsschule und ich kann mich nicht daran erinnern, dass dies dort ein Thema war.
Wie die Schulleiterin bereits bemerkte, könnte jederzeit ein Probealarm sein und die Lehrpersonen sind dann verantwortlich, falls ein anderes weniger geübtes Kind es deinen Kindern nachahmt und auch barfuss sein möchte (im Gebäude). Im Falle eines Probealarms könnten dann genau die anderen Kinder sich verletzen oder viel Zeit damit vertrödeln ihre Schuhe zu suchen.

Das erinnert mich an meine schulzeit. Im gymnasium kam hier und da eine schülerin oder ein schüler barfuß in die klasse. Nicht ich, als außenseiter und potentielles mobbingopfer habe ich mich noch nicht getraut, mich zu exponieren. In der schulordnung stand nichts zum thema, aber einzelne fachlehrer setzten auf public shaming (wie das heute heißt) und hielten diesen leuten vorträge, wie verantwortungslos sie seien, dass sie sich verletzen könnten und fußpilz wahlweise verbreiten oder kriegen (so genau weiß ich das nicht mehr).

In der grundschule/volksschule/primarschule könnten auch die vorteile und risiken des barfußgehens thematisiert werden (einschließlich praktischer übungen). Ich denke, eine schule ist ein bereich, der leicht barfußfreundlich gestaltet werden kann (dazu gehören auch dinge wie magnettafeln statt pinnwänden, deren nadeln eine gefahr darstellen können). Letztlich sollte die entscheidung den schülern überlassen bleiben.
Dass lehrer und schulleiter persönliche meinungen haben und diese auch äußern, wissen wohl alle, die zur schule gegangen sind. In ordnung so, aber wenn jemand lieber barfuß geht, ist das kein drama.
Dass sich bei probealarm jemand barfuß verletzen könnte, halte ich für etwas an den haaren herbeigezogen. In diesem seltenen ausnahmefall einige minuten draußen zu verbringen, da holt sich niemand den tod. Und die „Barfuß-Kinder“ werden auch im alltag oft genug barfuß rausgegangen sein, ohne dass ihnen irgendwas passiert.

Wie könntest du @OWL nun dein kind briefen?

  • Es gibt keine geschriebene Regel, also kannst du selbst entscheiden, ob du lieber Hausschuhe trägst oder nicht.
  • Pass auf, wo du hintrittst, und das auch beim Probealarm.

Im übrigen wird vermutlich nicht die schulleiterin die klasse unterrichten. In der primarstufe wird die überwiegende zeit mit einem/r klassenlehrer(in) verbracht und da kommt es eher auf diese lehrperson an. Möglicherweise ist es ihr oder ihm egal.

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Ich finde den Kommentar der Schulleiterin unmöglich. Und zwar nicht nur wegen ihres Unwissens über barfuß, sondern vor allem, weil sie offenbar Kinder aufgrund äußerer Merkmale pauschal abwertet.
Das Elternteil, dass da gefragt hat, muss sich ja auch brüskiert gefühlt haben (soso, ihr Kind gehört wohl auch zu den Kindern, die nicht in Ordnung sind, es läuft ja offenbar manchmal barfuß…).

Ich vermute aber auch, dass es sich nicht lohnt und für deine Tochter nicht hilfreich ist, da ein Fass aufzumachen.

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Es wird so sein dass bei dieser Schulleiterin die Sicherheit der Kinder in Puncto „Schuhe oder barfuss“ im Vodergrund steht halt wegen der Verletzungsgefahr. Evtl. befürchtet sie auch das wenn einige barfuss laufen es auf die anderen übergreift. Und sie hätte dann wie´s Gewitter den Ruf einer Barfuss-Grundschule zu vertreten. Ich denke da setzt sie zu Beginn ein Zeichen dass eine gewisse Schulordnung eingehalten wird. Vielleicht sind da auch negative Erfahrungswerte wenn sie sagt „Die barfuß-Kinder sind meine Lieblingskinder“.

Wer selbst nie barfuß geht, neigt dazu, die verletzungsgefahr überzubewerten. Dann wird es als schlimm empfunden, wenn ein teil sich für barfuß entscheidet (und auch nichts passiert; weltweit gesehen gibt es viele schulklassen, in denen das völlig selbstverständlich ist und es auch nicht immer verletzungen gibt).
Auch ausdruck einer vollkasko-einstellung: Jedes risiko muss auf null reduziert werden. (Geht eh nicht, dann tun sie sich eben auf andere art weh …)
Lebensrisiken realistisch einzuschätzen wäre auch so eine lebenslektion, die nicht früh genug gelernt werden kann.
Und „eine gewisse Schulordnung“: Entweder etwas ist schädlich und verboten oder nicht und erlaubt … schlecht wird es immer dann, wenn personen, die das sagen haben, nach gutdünken regeln erfinden.

Ich weiß leider nicht, welches Elternteil genau die Frage gestellt hat, da es sehr voll in der Aula war, sonst wäre ich nachher auf das Elternteil zugegangen … reagiert hat das Elternteil auf die Aussagen der Schulleiterin jedenfalls nicht :confused:

Das ist halt leider das Ding, dass es um mein Kind und nicht um mich selbst geht … da will ich kein Fass aufmachen, bei dem am Ende mein Kind darunter leiden muss.

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Heute nach der Mittagspause durch Hundwil Richtung Zürchersmühle beim dortigen Schulhaus vorbeigefahren und gefühlt über die Hälfte der Kinder/Jugendlichen auf dem Weg zur Schule waren barfuss (egal ob Fahrrad, Mofa oder zu Fuss).
Vielleicht löst sich das „Barfussproblem“ mit dem Älterwerden oder in den höheren Klassen bei euch von selbst.:smirking_face::innocent:

Das meine ich: Die verletzen sich auch nicht dauernd und es fällt niemand wegen versicherungsschutz bei probealarmen in ohnmnacht.
Wenn einmal ein gewisser anteil erreicht ist, ist barfuß kein problem mehr, sondern einfach alltag. (So manches scheint aber in kleinen gemeinden auch viel einfacher zu laufen als in der großstadt …)
Solche barfußanteile habe ich in der Steiermark noch nicht beobachten können, aber in kleineren orten im sommer immer wieder mal vereinzelte.

Für mich klingt das so, dass die Schulleiterin das Bild hat: Kinder, die barfuß laufen

  • halten sich nicht an Regeln
  • sind unordentlich
  • stören/ ärgern etc.
  • sind böse/ frech/ ungehorsam/ schlecht erzogen oder so

@Karl

Ich denke nicht einmal dass diese Schulleiterin das Barfuss sein der Kinder mit etwas von Genanntem in Verbindung bringt. Sie möchte vielmehr das die Kids von klein auf sich an gewisse Richtlinien in öffentlichen Gebäuden gewöhnen. Und Kinder die barfuss umherlaufen entsprechen halt nicht dieser Richtlinie … Das ist genau so ein Thema wie barfuss im Supermarkt etc. Letztendlich bestimmt das (und mehr) die Hausordnung.

Ich befürchte du wirst kaum drum herum kommen, leider scheint die Meinung der heutigen Lehrer noch von anno dazumal zu sein​:cry:

Du kannst zwar versuchen, am besten mit anderen Eltern, etwas zu erreichen. Glaube halt leider nicht wirklich dran, das es viel bring.