Sozialer Druck - real oder nur empfunden?

In den meisten Sphären meines Lebens ist es mir mittlerweile gelungen, mich von tatsächlichen oder eingebildeten Vorbehalten gegen das Barfußlaufen zu befreien: Freundeskreis, Familie, Schule meiner Kinder, Freizeit/Ausgehen.

Meine Achilles-Ferse ist der berufliche Kontext. Während ich fast immer barfuß anreise, ziehe ich mir eine Kreuzung vorm Büro meine Wildlinge an. Im eigenen Büro schlüpfe ich gerne hinaus, zum Pilateskurs, in benachbarte Büros und die Kaffeeküche „schleiche“ ich mich manchmal mutig barfuß. Auf Fotos von Team-Events (Teamstaffellauf usf.) bin ich im Mitarbeiterportal barfuß verewigt. Und trotzdem bleibt das Barfußlaufen im Büro meine größte Herausforderung.

Zuletzt habe ich mir blöde Sprüche eines Kollegen eingefangen, den ich außerdienstlich beim Einkaufen zufällig getroffen habe.

Wie sieht das bei Euch aus? Ist Euch das egal? Macht Ihr Euch Gedanken über Euer berufliches Standing in diesem Zusammenhang?

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Ich kann zwar nicht nachvollziehen, wie das auf beruflicher Ebene so ist, aber ich verstehe durchaus den Druck den man empfindet, weil andere komisch von einem denken könnten. Wahrscheinlich trifft das in den allermeisten Fällen gar nicht zu, doch es besteht immer die Gefahr von anderen dadurch abgewiesen oder benachteiligt zu werden, bzw. auf Unverständnis zu treffen und blöde Sprüche zu kassieren. Aber so ist eben das Leben.
Stück für Stück erarbeite ich es mir auf das was andere denken und sagen keinen so großen Wert mehr zu legen. Mit jedem Mal, bei dem ich (besonders bekannten) Leuten begegne oder mich offen vor anderen zeige gehts einen Schritt vorwärts. Das kommt mit der Zeit, man lebt nur einmal und da sollte man es so tun, wie man es will.

Ich weiß nicht inwiefern in deinem Büro das „zulässig“ ist und wie weit deine Kollegen etc. es akzeptieren, ich finde es trotzdem sehr mutig, dass du das im Büro durchziehst, ich hätte vermutet, dass es im Büro unweigerlich Widerworte gibt.

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Frei nach dem Motto:

„Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s vollig ungeniert.“

:innocent:

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Moin,

ich habe es, als ich noch gearbeitet habe,in einem Meeting angesprochen ob es jemanden stört, ab dem Tag ging ich auch im Büro barfuß :foot: Kommunikation ist alles…

Gruß Ralf :footprints:

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Ich kann das sehr gut nachvollziehen, wie es sich anfühlen muss für dich. Ich habe sehr lange gebraucht, mich mit meiner eigenen Identität wirklich anzufreunden. Man muss wirklich in sich gehen und akzeptieren wer man ist und was man will.

Das war bei mir ein langer Prozess. Ich gab oft den gesellschaftlichen Druck nach und zog Schuhwerk an, obwohl ich mich in Schuhen sehr unwohl fühlte.
Erst als ein sehr guter Freund von mir plötzlich verstarb und ich auf der Beerdigung war um ihn das letzte Geleit zu geben, mit Schuhen natürlich, kam seine Witwe auf mich zu und sagte: So kannte er dich nicht. Ich hätte zumindest erwartet das du so kommst wie du bist, barfuß! Das bist nicht du…
Das hat wirklich gesessen. Dieses Erlebnis hat mich geprägt. Kurze Zeit später „outete“ ich mich überall und zu jederzeit als „Barfüsser“. Seitdem lebe ich absolut barfuß. Das bin ich, Punkt!
Im nachhinein haben mir ihre Worte sehr geholfen, mich selbst zu akzeptieren wie ich bin, was ich brauche.
Seit ich frei bin von diesen „Zwang“ mich immer anpassen zu müssen, bin ich tatsächlich glücklicher und ausgeglichener.
Wirklich barfuß zu sein, beginnt zu erst im Kopf. Wenn du das erkannt hast und verinnerlicht hast, spielt es keine Rolle mehr für dich was andere über dich denken oder sagen.
Doch es kann es sehr steiniger Weg werden, bis du am Ziel bist.

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@JayBarefoot Sehr inspirierend, danke fürs Teilen.

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Vielen Dank für Eure Beiträge, insb. @JayBarefoot für den langen persönlichen Einblick :hugs:

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