Unterschiedliche Wahrnehmung: Genuss oder Gefahr?

Kommt sehr auf das Modell an. Ich bin ja leider gezwungen, sehr oft Sandalen zu tragen, und weiss mittlerweile genau, welche nie scheuern und welche man besser nicht wählt. Wobei auch das sehr individuell und abhängig von der Fussform sein kann.
Auch ich gehöre zu jenen, die Zehenstegsandalen aus genannten Gründen nicht tragen können, weshalb ich ja auch begonnen habe, Alternativen hier im Forum vorzustellen.
Absolut KEINE Druckstellen habe ich in Wildling Rabenfedern, und damit habe ich bereits hunderte von Kilometern zurückgelegt.
Übrigens kann man sehr wohl unter den Füssen Blasen bekommen, hatte ich schon mehrfach. Passiert, wenn man schmale Füsse hat und die Schuhe nicht satt am Fuss sitzen.

Liebe Grüsse
Dorothea

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Entschuldigung, was bitte für Gejammer?
Also solange man nicht feiert, dass man die halbe Stadtgegend vollblutet und\oder man sich diverse gefährliche bis tödliche Infektionen zugezogen hat ist man am jammern?
Auf sich achten ist unerwünscht, weil „Gefahr“ gehört ja zum Barfusslaufen dazu?
Oder wie soll diese Aussage allgemein verstanden werden?

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Es gibt von Schlappschwanz bis hartgesottener Kerl jede Menge Zwischenstufen, die alle ihre eigene Definition von Gejammer haben :slightly_smiling_face:

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Dann gibts von grunzprimitiv bis hochbegabt auch jede Menge Zwischenstufen, die alle ihre eigene Definition von einer Intelligenten Antwort haben.

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Halte ich ehrlich gesagt für heftig genug, und diese Einstellung hat Dir auch die Warze eingebracht, mit der Du Dich herumärgerst.

Ich persönlich kann vorsichtige Barfußläufer*innen verstehen, die sich derartige Verletzungen nicht zuziehen möchten.

Okay, und warum? Wie gesagt, ich kann Barfußläufer*innen gut verstehen, wenn sie sich nicht verletzen wollen und lieber vorsichtig sind.

Warum hältst du vorsichtige Barfußläufer*innen, die auf ihren Körper achten wollen, für Schlappschwänze?

Schlappschwanz ist vielleicht ein etwas starkes Wort. Aber es ist wie mit dem Leben selber: Wer nichts wagt, gewinnt nichts.
Wie gesagt, meine Liste ist nicht klein, aber ich habe fünf Jahre lang zu über 90% barfuss gelebt, das bedeutet 2 Stunden Hund am Tag auf ruppigen Wegen, es bedeutet Wanderungen über Stock und Stein und auch mal im weglosen Gelände, es bedeutet Reisen, es bedeutet Bergtouren - das ganze pralle Leben eben. So gesehen ist es nicht viel.
Meine Warze habe ich mir indirekt durchs Barfusslaufen eingefangen. Ich wurde am Fuss durch infizierte Splitter mit Hasenpest infiziert, was eine Behandlung mit sehr starken AB nach sich zog. Mein Immunsystem war am Boden. Da zog ich mir da, wo nun die Warze sitzt, eine Wunde zu, die trotz sorgfältiger Pflege eben zur Warze wurde.
Dennoch möchte ich auf keine meiner Erfahrungen verzichten müssen. Was würde mir an Genuss entgehen, wenn ich nicht barfuss über eine Wiese im Park gehen würde! Nichts im Leben ist umsonst, und für barfüssigen Genuss macht es mir nichts aus, gelegentlich mal eine Zeh aufzuschlagen oder einen Stich zu kassieren.
Vorsicht ist gut, Übervorsicht aber schränkt ein.

Liebe Grüsse
Dorothea

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Ich verlasse mich vielleicht mehr auf meinen sechsten Sinn als andere.
Schlappschanz ist ja nur ein Extrem, ich erwähnte ja auch hartgesottener Kerl :slightly_smiling_face:.
Wir alle bewegen uns wahrscheinlich irgendwo dazwischen, auf verschiedenen Ebenen.

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Das finde ich eine sehr schöne Tatsache, vielen Dank für den Beitrag. Ich wurde in letzter Zeit wieder häufig auf das Scherbenproblem angesprochen und sage dann immer, dass ich mir in 2 Jahren 2 mini Glassplitter zugezogen habe und das war’s. Daraufhin sind alle immer sehr erstaunt und sagen sie dachten es wäre mehr. In Zukunft werde ich die von dir @JAN genannten Sachen noch zusätzlich erwähnen, da das so korrekt ist und so wichtig ist, aber jeder Schuhträger einen lebenslang kaputten Rücken und eine lebenslang kaputte Körperhaltung einem kurzen kleinen Schnitt vorzieht… echt erschreckend, wenn Mans mal so betrachtet.

Also ich denke, dass die Menschen von noch viel mehr als nur dem Scherbenproblem davon abgehalten werden barfuß zu sein. Aber das ist das mit Abstand häufigste Argument, was ich zu Ohren bekomme. Sogar heute noch 2 mal.

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Witzigerweise höre ich gerade jetzt, wo es bei uns in und um MUC oft frühlingshaft schön und warm ist, die K-Frage häufiger als im Winter und v.a. weit häufiger als jemals irgendwelche Bedenken wegen Scherben o.ä…

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Willkommen zu Hause! :slightly_smiling_face:

Ich weis ja nicht wie es bei euch aussieht. Bei uns liegen in der Regel keine Glasscherben auf dem Gehwegen herum. Wenn es mal welche hat, stammen die von irgendwelchen Spätheimkehrern, welche im alkoholisierten Übermut nichts besseres wissen, als eine Glasflasche auf dem Gehweg zu zertrümmern. Aber das ist doch eher selten. Und man achtet ja selber auch etwas beim Gehen. Ich melde solche Scherben immer unserem Bauamt, welches die Scherben dann sehr schnell wegputzt.

Als ich mal auf einem Fussweg unterwegs war begegnete ich einer Dame. Vielleicht um die 60. Sie machte mich darauf aufmerksam, dass in etwa 100 Metern Entfernung auf dem Gehweg viele Glasscherben auf dem Weg liegen, weil jemand eine Schnapsflasche zertrümmert habe. Ich solle besser „aussen herum gehen“. Das fand ich sehr nett von ihr - sie war besorgt um meine Füsse.

Ansonsten ist bei uns das Verletzungsrisiko auf den Gehwegen verschwinden klein.

Bei der Entsorgungsstelle für Altglas kann es hingegen immer mal eine Scherbe haben, obschon der Boden bei den Einwurflöchern mit einer Art von weichem Kunststoff ausgepolstert ist, so dass eine Flasche, sollte jemand das Einwurfloch nicht treffen (ja, das gibt es tatsächlich), die Flasche nicht kaputt geht. Interessanterweise bekommen es aber doch hin und wieder Leute hin, dass eine Flasche zu Bruch geht. Darum hat es immer mal kleine Glassplitter, die dort auf dem Boden liegen. Bisher habe ich mich daran aber nie verletzt.

Draussen in der Natur habe ich ehrlich gesagt noch keine Scherben gesehen. Hier sind es in der Nähe von Weiden eher Überreste von Zäunen. Mal ein Nagel oder sowas. In Berggebieten trifft man auch mal auf schlecht unterhaltene Weidezäune, bei denen ein Stück Stacheldraht rumliegen kann. Ich bin kein Freund von Stacheldrahtzäunen. Nicht nur das Rindsvie kann sich daran verletzen, sondern auch alle anderen Tiere. In diversen Kantonen ist Stacheldraht verboten - leider noch nicht überall.

Als Kind hatte ich beim herumturnen auf einer Blumenwiese schon mal einen Bienenstich in einer Zehe. Da ich aber keine Allergien gegen deren Gift habe, musste man nur den Stachel rausziehen und gut war es.

Schlimmer war es auf einem Campingplatz in Jesolo, welchen wir jedes Jahr in den Sommerferien besuchten. Dort rannte ich als Bub immer barfuss herum. Auch wenn wir Venedig oder sonst etwas besuchten - ich hatte nie Schuhe an den Füssen. Mir war schon als Kind ohne Schuhe immer wohler. Beim Spielen mit anderen Kindern lag bei einem älteren Zaun ein verbogener, rostiger Nagel. Natürlich trat ich genau auf diesen Nagel. Der Nagel Drang sehr tief in meine Sohle ein, so dass er oben am Fuss, hinter den Zehen, wieder rauskam. Sehr dumm gelaufen. Das war in der Tat schmerzhaft. Dummerweise genau am 1. Ferientag. Ich war schätzungsweise 8 oder 9 Jahre alt.

Der Arzt, welcher die Gäste betreut hat, zog den Nagel mit einer Beisszange wieder aus dem Fuss. Ich glaube ich habe mich dazumal lautstark bemerkbar gemacht. Danach wurde desinfiziert und ich bekam einen Verband. Die Ferien waren für mich dann gelaufen. Ausser etwas herumhumpeln war nicht mehr viel möglich. Zum Glück hat alles gut verheilt. Dazumal war ich aber fast ein kleiner Star. Ich bekam von den umliegenden Gästen viel Mitleidszuspruch und wurde mit Süssigkeiten überhäuft. Alles hat seine guten Seiten :slight_smile:

Grundsätzlich achte ich immer, wohin ich trete. Mir sind mögliche Gefahren bewusst. Ich habe keine Angst vor Verletzungen. Verletzungen sind aber immer unangenehm. Ich muss aber sagen, dass ich mit Schuhen immer wieder Knöchelstauchungen oder solche Dinge hatte. Das gab es Barfuss bisher noch nie. Ich fühle mich barfuss doch irgendwie sicherer.

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Das erinnert mich an ein „freibaddrama“ als kind: das freibad in Denzlingen hat große liegewiesen und dort wurde nicht immer der klee abgemäht, entsprechend viele blüten gab es und auch bienen. Ich habe dort etliche sommernachmittage mit meinen älteren schwestern verbracht.
Kleeblüten und bienen, wo täglich hunderte barfuß in badehose und bikini herumlaufen. Ich habe mich wohl nicht immer vorgesehen, wurde gestochen und kann mich heute noch erinnern, wie mich meine schwestern zum bademeister gebracht (getragen?) haben. Es war dann nichts langwieriges. (Die versorgung von bienenstichen gehörte wohl zum täglichen geschäft des bademeisters …)
Etliche jahre später reichte es, nach einem anderen bienenstich den stachel rauszuziehen und etwas später konnte ich gar nicht mehr herausfinden, wo genau ich eigentlich gestochen wurde.
Schwerwiegender war ein tiefer schnitt, als ich unter wasser in einem nicht ganz klaren see auf eine abgebrochene bierflasche trat … auch das ist gut geheilt, aber danach erst mal heimzukommen von einer abgelegenen badestelle war nicht so einfach.

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Ich gehe immer barfuß zum Altglas-Container und da liegt nicht eine Scherbe rum, sondern ein ganzes Scherbenmeer! Ich gehe da einfach durch, es passiert nichts! Bevor ich wieder ins Auto einsteige, sehe ich mir kurz meine Sohlen an, putze ggf. anhaftende Glassplitter weg und latsche dann einmal mit voller Kraft aufs Bremspedal, um zu testen, ob was wehtut - kam bisher nie vor!

Scherben

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Hallo @Forbi,
du warst nicht zufällig beim Orientierungslauf, oder?:stuck_out_tongue_winking_eye: Da war ich letztes Wochenende auch (barfuss). Zu meinem Glück war die Wiese bei unserer Veranstaltung aber bereits gemäht, relativ matschig (insektenunfreundlich) und ziemlich kleefrei. Mir geht es nämlich in Bezug auf Wiesen genau wie dir und wohl auch den meisten anderen hier im Forum: bei Wiesen passe ich immer ganz genau auf. Wurde da auch erst letzten Herbst von einer Biene gestochen (oder Wespe?) und hatte noch recht lange was von diesem Stich…. Na ja, die mit der Nagelschere frisierten Parkwiesen wiederum können echt wunderbar weich sein😍

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Ja, die im Eingangspost oben beschriebene Wiese war beim Orientierunglauf. Wie kommst Du da drauf? Kennen wir uns? :thinking:
Das ist aber schon über 2 Wochen her, das war in Brieske bei Senftenberg (südliches Brandenburg) zur OL Sprint Meisterschaft Sachsen/Berlin/Brandenburg.

Da bin ich tatsächlich mal barfuß gelaufen (Bild 1). Sprints sind häufig in urbanen Gebieten, da geht das. Bei Wettkämpfen im Wald ziehe ich Minimalschuhe an (siehe Bild 2). In die speziellen OL-Schuhe passe ich nicht mehr rein.

Ach wie lustig! Da habe ich ja tatsächlich richtig geraten :joy::joy: Ich glaube wir kennen uns nicht…:thinking: ich komme aus NRW und mache Orientierungslauf seit ich denken kann.
Na ja und da hat mich zuerst das Wort „Wettkampfzentrum“ stutzig werden lassen, das ist mir außer beim OL nämlich noch nie begegnet. Dann hast du noch davon geredet, dass die Teilnehmer ihr Lager aufschlagen…auch typisch für die OL-Zielwiese. Und dann das plattgetretene Gras am Ende des Tages, das kennt man natürlich aus eigener Erfahrung😁 Naja und davon abgesehen habe ich mich an deine Minimalschuhvorstellung auf dem barfuss blog erinnert, in der u.a. das zweite Foto aus deiner Nachricht enthalten ist…das hat mich schon überrascht, als ich den Artikel vor einiger Zeit gelesen habe.
Warst du bei der DM-Mittel am letzten Wochenende?

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Nein, ich war nicht dort, aber meine Frau, sie ist ausnahmsweise alleine (also ohne Familie) hingefahren. Hat sich auch gelohnt, sie ist 5. geworden. :smiley:
Aber das Wochenende vorher waren wir alle zusammen (Frau, zwei Töchter und ich) bei der DM-Sprint in Zittau. Da bin ich auch beide Läufe (Quali und Finale) barfuß gelaufen. Historische Altstädte sind wunderbar zum Laufen!
Ich bin sogar kurz in dieser Videozusammenfassung zu sehen - etwas unrühmlich gehend direkt nach dem Start (und das Gesicht war wohl uninteressant :wink: ): Deutsche Meisterschaft 2023 im Sprint Orientierungslauf Finale / SAXBO 2023 2/4 - YouTube

Wenn A_K Deine Initialen sind und Du aus NRW kommst, habe ich Dich vermutlich in den Ergebnislisten gefunden (bist Du zufällig 6. in Deiner AK geworden?)

Läufst Du auch gelegentlich OLs barfuß oder „nur“ im Alltag?

Nein! Wie krass, ich habe mich DIE GANZE ZEIT gefragt, wer in dieser Videozusammenfassung barfuß zu sehen war!!! Wow! Unglaublich, jetzt weiß ich es​:joy::joy: Das ist ja ein Zufall!! Also ich mache die meisten OLs in Skinners, letzten Frühling musste ich in Frankreich mal Schuhe zum OL anziehen, weil das Gelände echt schwierig war und da bin ich prompt umgeknickt und konnte ein paar Tage nicht mehr gehen…so viel zur „Sicherheit“ in Schuhen….
AK sind tatsächlich meine Initialen, aber leider bin ich in letzter Zeit sehr beschäftigt gewesen und daher bei keinem größeren Wettkampf gestartet🙈

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Ui! :open_mouth:
Respekt, das wär mir zu dünn im Wald. Neben spitzen Ästen, die sich durch die Sohle bohren können, habe ich da schon so oft Stacheldraht oder andere spitze Metallteile gesehen, da brauche ich schon eine halbwegs stichfeste Sohle. Und wie ist es mit Dornen? Ich weiß ja nicht, wie die Wälder bei Euch so aussehen, aber sowohl aus Bayern (wo ich früher gewohnt habe) und auch hier Berlin/Brandenburg/Sachsen kenne ich dichten Brombeerbewuchs. Da hängen Skinners nach 3 Läufen in Fetzen!
Ich bin mal einen Lauf mit AquaSpheres gelaufen, das sind ja im Prinzip auch nur Socken mit Gummisohle. Das war mir echt „zu nackt“, muss ich ganz ehrlich gestehen.

Ich find’s super, dass wir jetzt total vom ursprünglichen Thema „Blumenwiese“ abgekommen sind, aber immer noch perfekt zur Überschrift „Unterschiedliche Wahrnehmung: Genuss oder Gefahr?“ passen :smiley: