Wenn der Arzt im OP barfuß ist

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Toller Artikel!
Das Thema Barfuß ist natürlich nur eine unwichtige Nebensächlichkeit dabei, unterstreicht aber, wie speziell dieser Arzt ist. Ich bewundere Leute, die von klein auf ihr eigenes Ding machen und so enorm erfolgreich damit sind - scheinbar mühelos! Aber das sind halt wenige Ausnahmen, die so sind.

Das Barfußbild mit dem blutigen Kittel ist krass! Fast wie aus einem Horrorfilm. Aber das kommt dabei raus, wenn man sich beim Skifahren überschätzt… :skier::rocket::ambulance::mask::syringe::sleeping_bed:

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„mehr als 50.000 OP’s !“
Ein erstaunlicher Mensch!:

Nehmen wir mal an er habe mit 22 Jahren das erste Mal auf eigene Verantwortung das Skalpell angesetzt. Und dann JEDEN Tag - ohne ein einziges Wochenende, ohne einen Tag Urlaub ! - operiert -
dann hätte er pro Tag im Schnitt (!) mehr als 3,044 Menschen wieder zusammengesetzt …

Ich bin mir nicht sicher ob ich dann nicht auf die Narkose verzichten und ihn lieber im Auge behalten würde ob er dabei nicht einschläft…

:slight_smile:

Ein Jahr hat ca. 250 Arbeitstage.
25 Jahre sind dann 6250 Arbeitstage.
50000 OPs in 25 Jahren… das sind Pro Tag im Schnitt 8 OPs.

Das ist auf jeden Fall schon viel. Aber weit entfernt von deiner Rechnung-
Außer ich hab gerade irgendwas wichtiges übersehen.

PS: der ist 67 Jahre alt und hat sicher auch nicht erst vor 25 Jahren angefangen.
Also eher weniger als 8 OPs am Tag

Aber nicht für einen Starchirurgen in einem Skigebiet.

Ich glaube der operiert das ganze Jahr. Wenn auch im Winter mehr, wie er ja auch sagt.

Er hat eine krasse Persönlichkeit. :scream:

Ich kenne solche… Ich finde es gleichermaßen beeindruckend und abschreckend.

Und ich bin absolut in keinem Bereich so konsequent oder diszipliniert. Ich weiß aber auch sicher, dass ich so nicht sein will und es auch nicht sein kann.

Außer der Teil mit barfuß… :wink:

Ich hatte nicht „vor“ 25 Jahren geschrieben, sondern „mit“ - davon ausgehend dass ein Arzt erst dann soweit mit der Ausbildung fertig ist um selbstständig OP’s vorzunehmen.

Dann wäre er mit 67 Jahren also seit 42 Jahren tätig …
(„Textaufgabe“) :slight_smile:

Ein kleiner Nebeneffekt: Wenn der Operateur in einem Bereich, in dem Hygiene und Keimfreiheit allerhöchste Pflicht ist, barfuß arbeiten darf, dann gibt es definitiv keinen Grund für andere Bereiche, „barfuß“ aus „Hygienegründen“ zu verbieten.

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Der Chef einer Klinik kann das entscheiden. Hier ist der Arzt der Chef.

Das zu übertragen dürfte schwierig sein.

Hygiene ist allerdings nur da ein echtes Argument, wo der Boden extrem keimbelastet ist und man diese Keime mit den Füßen aufsammelt und verteilt.

Da ist es oft einfacher, wenn man Schuhe beim Wechsel des Bereichs an der Grenze zurück lässt. Natürlich könnte man die Füße waschen, aber das ist umständlicher als eben die Schuhe wechseln. Schuhe kann man gut desinfizieren, was die Haut am Fuß auf Dauer nicht erleben möchte.

Im Alltag, wo die Leute mit Straßenschuhen in und aus einem Gebäude laufen, ist das natürlich meistens Quatsch. Und solange jemand keinen fulminant wachsenden Fußpilz öffentlich weitergeben will, sollte es kein Problem geben.

Btw. Ich hätte die Vermutung, dass Fußpilz bei barfuß Gehern seltener ein Problem ist? Einfach weil die Pilze weder Luft noch Licht wirklich mögen?

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Richtig vermutet. Mein Hautarzt sagte mal zu mir „Fußpilz hat bei ihnen keine Chance“.

Was allerdings nicht heißt, dass man als Barfüßiger gar keinen Fußpilz bekommen kann.
@Eva hat das alles ausführlich recherchiert und sehr gut hier beschrieben:

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Es ist vermutlich eher möglich sich eine Dornwarze einzufangen, weil Viruserkrankung und kleine Verletzungen (Kratzer, Dornen , …) am Fuß sind ja barfuß normal .

Hautpilze mögen es gerne feucht, und die dürften deshalb nicht so oft auftreten.

Nagelpilze lassen sich von Luft und Sonne weniger beeindrucken. Aber jeden Tag morgens und abends einen kleinen Tropfen Essig-Essenz darauf hilft … man muss das nur so lange machen, bis es ganz herausgewachsen ist. Das habe ich schon so gemacht.

Ich mal früher mit mir selber ausgemacht, entgegen der Gewohnheit, wenn ich ein Krankenhaus betreten sollte, ausnahmsweise bewußt Schuhe zu tragen, genau weil dort wahrscheinlich perfekte Hygiene herrscht, alles „tot“ bis auf vermutlich genau den jeweiligen hauseigenen multiresistenten Keim, der sich dort wohlfühlt, und der mir dann, wenn’s blöd kommt, über Eintrittsforte der kleinen, schlecht durchbluteten Mikroverletzungen einen schwer behandelbaren Infekt beschert (Ein Bekannter von mir hat wegen dem Hauskeim nach einer Behandlung eines eingewachsenen Nagels letztlich seinen Fuß verloren).
Aber inzwischen bin ich jedesmal, wenn ich ein Krankenhaus betreten mußte, gewohnheitsmäßig und faulheitshalber doch barfuß geblieben, niemand hat was gesagt, und passiert ist mir auch nix…

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Das geht halt gut, solange bis es nicht gut geht.
Aber das ist eben ein Teil davon: Schuhe schützen vor vielem.
Wenn man alles macht, was schützt, ist das aber auch übertrieben.
Sicherheit und Freiheit in ein passendes Verhältnis bringen ist bei jedem anders.

Muss man halt selbst Verantwortung übernehmen.

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Ich kenne auch einen Chirurgen, der barfuß operiert.