Bei euch war wohl (im Gegensatz zu mir mit Ausnahme der Abiturjahre) nicht nach Geschlechtern getrennt.
Ich finde das ganz schön mutig, auch wegen der anderen Mitschüler*innen. Barfuß sticht man da ja doch heraus.
Finde ich cool, dass du noch jemand anderen animieren konntest.
Einerseits freut es mich für Dich, dass Dein Sportlehrer das toleriert hat, andererseits nehme ich an, dass er die rechtlichen Risiken anders bewertete, vielleicht weil auch Berufserfahrung mit reinspielte.
In Kletterparks habe ich dieselbe Erfahrung gemacht. Die waren sehr verstandnisvoll und interessiert und glaubten auch, dass ich barfuß auf den Stahlseilen gehen kann. Erlauben konnten sie es aber aus Gründen der Haftung nicht. Habe ich auch eingesehen. Es gibt jede Menge Schrauben und Klemmen an den Seilenden, an denen man sich verletzen kann…
Ja, das war eine lustige Sache, denn bewusst animiert habe ich eigentlich niemanden. Man kennt das ja: überzeugt werden will niemand, entweder der Mensch möchte von sich aus barfuß sein oder eben nicht. Da hatte ich keine Lust, über die Vorteile etc. zu belehren. Und plötzlich hatte dieser Jemand dann auch keine Schuhe an! Ich habe ihn wohl inspiriert…
Was aber tatsächlich häufiger mal vorkam, waren Mitschüler, die mich vor einem kontaktreichen Spiel (wie z.B. Basketball, Rugby o.ä.) ansprachen. Sie sagten dann etwas in der Art von „Ich hoffe, ich trete dir gleich nicht auf die Zehen! Wenn doch, dann ist es keine Absicht!“ Also scheint der Punkt Achtsamkeit durch Barfußsein im Sportunterricht tatsächlich zu greifen.
Ich war im Sportunterricht auch immer barfuß. Unser Lehrer fand das gut, trotzdem haben das nur ganz wenige gemacht, Mädchen noch eher als Jungen. Auch als eine junge Sportlehrerin im Sportunterricht nur barfuß war, hat das nicht viel geändert.
Ich war beim Sportunterricht noch nicht immer barfuss. In der Primarschule war barfuss obligatorisch, in der Sekundarschule und dem Gymnasium war beides möglich. Die Mädchen, die aber separat Sportunterricht hatten, waren auch auf den höheren Schulstufen fast immer barfuss, wir Knaben v.a. bei Leichtathletik und Geräteturnen. V.a. für Fussball hatte ich, wie meine Klassenkameraden, meist Schuhe dabei.
Geklettert sind wir natürlich barfuss, aber die Erinnerungen sind trotzdem negativ … Etwa die Hälfte der Klasse kam immer hoch, die andere Hälfte (zu der auch ich gehörte) nie - obwohl wir es barfuss versuchten …
Ich habe zumindest die letzten paar Sportstunden vor dem Abitur barfuß mitgemacht. Bei uns am Gymnasium war dies leider absolut unüblich, alle Jungs hatten immer Schuhe an, egal, bei welcher Sportart. Bei uns war der Unterricht ab der siebten Klasse zudem nach Geschlechtern getrennt.
Zwar gab es immer mal einzelne Situation, dass Mitschüler zum Beispiel beim Sprint auf dem Sportplatz barfuß waren, aber diese Gelegenheiten waren in all den Jahren wirklich leider sehr wenige.
Kurz vor dem Abitur habe ich mich dann entschlossen, doch noch ein paar Stunden barfuß mitzumachen, weil man ja anschließend im Leben keine Gelegenheit mehr hat, Schulsport zu machen. Für meinen Lehrer war das kein Problem und von meinen Mitschülern kamen auch fast keine Reaktionen. Wir haben dann viel Fußball gespielt (ich war dann im Tor) und noch ein bisschen Turnen oder Volley- und Basketball. Alles kein Problem und hat großen Spaß gemacht. Würde ich auch heute noch sehr gerne wiederholen.
Generell verstehe ich es aber auch viele Jahre später nicht, wieso das Thema Barfuß von den Sportlehrern nicht mehr gefördert wird. Die haben ja eigentlich alle ein entsprechendes Studium und viel Ahnung, was Sport und Bewegung angeht. Klassisches Beispiel ist das Turnen: In jedem Verein wird barfuß (oder im Schläppchen) geturnt. Niemand würde auf einen Turnwettkampf fahren und dort ganz normale Hallenschuhe anziehen.
Das wissen doch auch die Lehrer. Wieso es da zumindest bei Gymnastik und Turnen nie die Ansage gab: Bitte alle Schuhe und Socken in der Umkleide lassen, verstehe ich nicht. Das wäre ja im Prinzip so, wie wenn im Schwimmunterricht alle in Hosen und T-Shirt ins Wasser springen und der Lehrer nichts dagegen sagt.
Waren auf jeden Fall noch einmal tolle Barfuß-Sportstunden, an die ich mich auch heute noch richtig gerne zurückerinnere.
Wie erwähnt waren wir zumindest in der Sekundarschule und am Gymnasium teilweise barfuss, teilweise beschuht. Klar, das Verhältnis von barfüssigen und beschuhten variierte je nach Sportart, war aber oft gemischt.
Trotzdem kann ich mich an keinen Unfall erinnern, bei dem das Zusammentreffen von barfüssigen und beschuhten eine Rolle gespielt hat. Ich kann mich auch an keine Unfälle erinnern, die auf barfuss zurückzuführen waren, vielleicht abgesehen von einem Wespenstich in der Wiese.
Genauso wie du kann ich mich an keinen einzigen Unfall im Sportunterricht erinnern, der durch Barfuß verursacht oder dadurch schlimmer geworden wäre.
Und immerhin waren die Mädchen in meinen Klassen von der 1. bis zur 10. Klasse zum größten Teil barfuß.
Sorry wenn ich einen älteren Beitrag nochmal aufgreife.
Ich frage mich immer, was es denn eigentlich ausmacht ob jemand mit einem „ungewöhnlichen“ Auftritt - wie auch immer der geartet sein mag - zum Gespött oder zum Idol wird?
(siehe u. A. meine Beispiele „Beuys“ in einem anderen Thread).
Oder wenn ICH Attitüden als Markenzeichen hätte wie seinerzeit Klaus Kinsky - ich wäre wohl eher berüchtigt als berühmt!)
Zumindest bleiben ungewöhnlich auftretende Personen anderen eher in Erinnerung. Wer von der Masse abweicht, muss damit leben, aufzufallen.
Zum ursprünglichen Thema (?): wenn Schuluniformen zum Ziel haben, dass niemand auffällt, wäre barfuß gehen eine Art, trotzdem aufzufallen, die allerdings kaum wahrnehmbar ist, wenn alle brav an ihren Tischen sitzen.
Aber vielleicht fällt es auch gar nicht so auf, zumindest im Sommer zwischen Sandalen und Flipflops.
Ich denke, dass das Problem nicht bei den Menschen liegt, die von der angenommenen Norm abweichen sondern eher von den Reaktionen der Mehrheit. Und da beginnt für mich das Problem: Wer setzt die Normen und wie eng sind diese. Meine Wahrnehmung ist, dass die Grenzen dessen, was die Mehrheit der Menschen bereit ist als „in Ordnung“ zu tolerieren immer weiter schrumpft. Ich könnte an dieser Stelle etwas philosophisch werden und denken, dass Menschen aufgrund des aktuellen, in mehrerlei Dimensionen schwer zu verstehenden und zu akzeptierenden Umfeldes auf allen Ebenen nach Sicherheit, Klarheit und Uniformität streben, aber nach meiner Sichtweise ist das zu kurzsichtig gesehen: Die „Normalität“ auf das Vertraute und (subjektiv) Akzeptierte zu reduzieren ist ein Ausdruck von Unsicherheit und Veränderungsresistenz. Wenn wir eher um uns herum schauen würden und ungewohnte Dinge wie z.B. die Barfüssigkeit anderer Menschen einfach akzeptieren und tolerieren würden, dann wäre der Weg zur Akzeptanz auch anderer Phänomene geebnet. Meine Sicht ist: Ich lebe in einem Umfeld wo es OK ist, wenn Menschen ihre Individualität ausdrücken, durch was immer es sein mag und das Umfeld kann das akzeptieren und damit leben, dann lebe ich in einem Umfeld / einer Gesellschaft in der ich frei sein kann.
Wenn andere Menschen dies einschränken, reglementieren oder was auch immer wollen, schränken sie meine und ihre eigene Freiheit ein.
Ich habe kein Problem, mich von der Masse abzuheben, aber ich habe ein Problem damit, der Masse zuzugestehen, mein Handeln/Auftreten wertend zu beurteilen.