Fragen zu Notschuhen im ersten Barfuss-Urlaub

Hallo alle!

Anfang dieses Jahres habe ich mich hier angemeldet, weil ich mir fest vorgenommen habe, barfuss zu verreisen. Um gut vorbereitet in dieses Vorhaben zu starten, war ich dieses Jahr in jedem Monat mindestens einen Tag barfuss unterwegs. Dabei habe ich bemerkt, dass ich mittlerweile deutlich an Selbstbewusstsein gewonnen habe und sowohl physisch (Temperaturen, Untergründe, Distanzen) als auch psychisch (Öffentlicher Verkehr, Läden, Toiletten etc.) etwas anspruchsvollere Situationen meistern kann.

Nun, bald ist es endlich soweit und ich verreise für eine Woche in den Süden, wo ich mich einer Gruppenreise anschliessen werde. Zusammen mit ähnlich alten Mitreisenden aus verschiedensten Ländern werde ich in dieser Zeit einige schöne Städte und Sehenswürdigkeiten besichtigen. Anhand meinen bisher gemachten Erfahrungen bin ich sehr zuversichtlich, dass dies für mich gut barfuss zu bewältigen sein wird. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich schon etwas aufgeregt bin. Schliesslich habe ich noch nie eine ganze Woche komplett auf Schuhe verzichtet und war auch noch nie barfuss in Gesellschaft (z.B. mit Familie oder Kollegen) unterwegs.

Deshalb stelle ich mir jetzt die eine oder andere Frage, wie ich das Ganze angehen sollte:

  1. Die klassische Grundsatzfrage: Soll ich Schuhe mitnehmen oder sie gleich ganz zu Hause lassen? Im Gegensatz zu den Tagesausflügen tendiere ich aktuell dazu, zur Sicherheit doch ein paar Schuhe einzupacken, weil ich nicht weiss, wie meine Füsse auf die Belastung an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen reagieren werden. Wenn ich welche mitnehme, werde ich sie tagsüber mit Bestimmtheit im Koffer respektive in der Unterkunft lassen.

  2. Vorausgesetzt ich nehme Notschuhe mit, bin ich unsicher, ob ich beim Ausgangspunkt barfuss erscheinen soll? Schliesslich kenne ich die Leute nicht und weiss daher nicht, wie sie auf einen Barfüsser reagieren werden. Mit Schuhen hätte ich die Chance einen ganz normalen ersten Eindruck zu hinterlassen und während dem mehrstündigen Bustransfer zur ersten Sehenswürdigkeit könnte ich die Schuhe dann unauffällig abstreifen und den Rest der Reise barfuss verbringen. Auf der anderen Seite mache ich mir hier vermutlich zu viele Gedanken und ich könnte problemlos auch von Anfang an konsequent barfuss sein – dann kennen mich die Mitreisenden nicht anders.

Was meint ihr? Ich bin sicher, dass einige von euch auch schon ähnliche Gedanken und Erfahrungen gemacht haben.
Bin gespannt auf eure Antworten! Selbstverständlich werde ich nach der Reise auch berichten, wie es mir erging.

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Ich würde auf jeden Fall ein Paar Schuhe/Sandalen mitnehmen!

  1. wegen aufgeheiztem Asphalt - gerade im Süden
  2. wegen Toiletten - ich mag nicht barfuss in Fäkalien 'rumstehen (isso und wird sich nicht ändern)

Ansonsten solltest du dich evtl. fragen, ob du nicht zu viel Wert auf die Meinungen dritter legst. Du siehst diese Leute für 1 Woche! Da kann es dir doch am Achtersteven vorbei gehen, wie/was die über dein nicht vorhandenes Schuhwerk denken! Oder bist du noch Teenager? (Dann könnte esdir genauso egal sein, aber deine Unsicherheit wäre verständlich.) :wink:
Ergo - wenn’s dir Spass macht, dann steig’ am Treffpunkt barfuss in den Bus! :slightly_smiling_face:

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Huhu BarefootTraveller,

deine Fragen kann ich beantworten:

  1. Weil es dein erster Urlaub ist, nimm zur Sicherheit welche mit. Dann hast du ein gutes Gefühl, dass du im Notfall auf welche zurückgreifen kannst. Gerade in fremden Umgebungen weißt du ja nicht, ob barfuß überall möglich ist. Packe sie aber so ein, dass du dich anstrengen musst, um an sie heranzukommen und versuche dann den Urlaub so zu verbringen, als ob du keine Schuhe dabei hättest. Hinterher weißt du ja, ob das klappt und kannst dann u.U. Entscheidungen für spätere Urlaube treffen (wenn es eine ähnliche Gegend mit ähnlicher Barfußtoleranz ist).
  2. Weil du den Urlaub so verbringen solltest, als ob du keine Schuhe dabei hast, sei gleich von Anfang an barfuß. Wenn der erste Eindruck erstmal überwunden ist, kannst du später um so unbeschwerter barfuß vor der Reisegruppe auftreten.

Liebe Grüße Leonie

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Ich rate sehr dazu, Schuhe mitzunehmen und diese auch nicht als „Notschuhe“ anzusehen, sondern ganz einfach als wahnsinnig tolle Erfindung der Menschheit, um auch dort, wo man „normal“ nicht hinkommt, hingehen zu können.
Ich persönlich würde dies dann auch so halten, dass ich eben „normal“ barfuß bin und dementsprechend auch so beim Erstkontakt aufzulaufen.
Wichtig für mich dabei ist, mich auch „normal“ zu fühlen, d.h. nicht auf die eigenen Füße schauen oder ständig in der Erwartung sein, dass mich jemand drauf anspricht. Wenn doch, dann es in etwa so behandeln, wie wenn mich jemand auf meinen Rucksack oder meine Brille oder sonst was anspricht.
Was Du dann antwortest - das kannst Du Dir vorab ein bisschen überlegen, aber am besten spontan.
„Ja, natürlich habe ich Schuhe dabei, wenn sie notwendig werden“ oder „Schuhe sind halt recht unsicher und ungesund, die nehm ich nur her, wenn es notwendig ist.“ Nur so als Anregung.
Du wirst sehen: Alles halb so wild.
Viel Erfolg und noch mehr Spaß!
Georg

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Hallo Barefoot Traveller, ich würd auch sagen nimm dir mal ein paar Schuhe mit für den Fall, dass du sie doch brauchst. Ansonsten sei einfach du Selbst und sei barfuß, dann weiß deine Reisegruppe gleich bescheid :wink: Da ich auch gerade auf einer Reise bin, werde ich zur Zeit sehr häufig gefragt warum (um Himmelswillen :D) ich barfuß laufe. Ich sage dann immer völlig wahrheitsgemäß dass ich das Gefühl von drückenden, viel zu warmen Schuhen so gar nicht mag und dass ich es liebe, den Boden unter mir zu fühlen und die Freiheit meiner Füße genieße. Also ich denke mal diese Frage wirst du dann sicher auch öfter zu hören bekommen. Ansonsten wünsche ich dir eine wundervolle Reiseerfahrung. Wo geht es denn hin? Lieben Gruß

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Dadurch, dass es fremde Leute sind, die du nach der Reise wahrscheinlich nie wieder siehst, hast du keine langfristigen negativen Konsequenzen zu befürchten, wenn sie auf deine Barfüßigkeit ablehnend reagieren.

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Die mitreisenden wären mir wurscht. Aber wenn du am Ziel nicht durch die Tür kommst, dann sind Schuhe eben der Schlüssel.
Außer es wäre dir egal, wenn du nicht überall hin kannst.

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Ich war erst vor 2 Wochen komplett barfuß auf Reisen - ich vermeide es, Schuhe mitzunehmen wenn ich den Eindruck habe, dass ich sie nicht brauchen werde. Allerdings mache ich das a) nicht bei Flugreisen und b) nicht im Sommer bei südlichen Reisezielen, wenn ich mit sehr heißem Asphalt rechnen muss. Wenn du Brandblasen bekommst, ist es mit dem entspannten Teil des Urlaubs zu Ende. Rate ebenfalls zu Notschuhen - Flipflops reichen völlig.

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Die Frage ist nur: Was machst du anschließend mit den Schuhen ? Wohin damit ?

Wegen der Mitreisenden würde ich mir keine Gedanken machen - wahrscheinlich wäre es gegenüber diesbezüglich Intoleranten sogar schwieriger wenn Du sie erst später ausziehst. Denn dann wissen sie ja: „Du kannst es ja doch, und du hast welche dabei !“

Hin und wieder habe ich mittlerweile tatsächlich Minimalschuhe GANZ UNTEN im Gepäck. Habe sie allerdings erst einmal tatsächlich gebraucht (ich hatte hier darüber berichtet)

Im anderen Fall hatte ich keine dabei - wo sich allerdings ein „natürliches Hindernis“ zeigte, nämlich auf dem messerscharfen Vulkangestein auf La Palma.

Je nach Urlaubsziel und Deiner bereits gehabten Gewöhnung würde ich mich an Deiner Stelle nicht scheuen, ein paar dieser ungeliebten Dinger einzupacken. Aber sicher nicht wegen der Mitreisenden…

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Das wird dann situativ entschieden…

Danke für eure zahlreichen Antworten, die meine Tendenz bestätigen, Sicherheitsschuhe für den Fall der Fälle mitzunehmen! Auch habt ihr mich absolut dazu motiviert, die Gruppenreise von Anfang an barfuss zu bestreiten.

Das einzige Risiko an Schuhen sehe ich darin, dass ich dann zumindest die Möglichkeit hätte, kurzfristig doch beschuht zum Ausgangspunkt zu gehen und ich danach den perfekten Zeitpunkt verpasse, mich den Schuhen zu entledigen. Klar bin ich zum jetzigen Zeitpunkt fest entschlossen, die Reise komplett barfuss durchzuziehen, aber man weiss ja nie, welche blöden Gedanken mir dann kurz vor dem Treffpunkt durch den Kopf gehen.

Das mit dem aufgeheiztem Asphalt ist ein guter Punkt, jedoch habe ich im letzten Sommer bemerkt, dass ich da nicht sehr empfindlich bin.

Öffentliche Toiletten müssen nicht unbedingt sein, sind für mich aber kein Problem, wenn es doch mal sein muss. Schuhe, die nachher versifft in den Rucksack wandern, sind keine Alternative für mich. Dann lieber Augen zu und durch!

Sehr guter Tipp! Tatsächlich habe ich vor, die Schuhe tagsüber im Gepäck respektive in der Unterkunft zu lassen und nicht immer mit mir herumzutragen.

Ist stimme Dir total zu, dass der erste Schritt der mit Abstand der Schwierigste ist. Ich bin mir sicher, dass ich – sobald ich mich getraut habe – ganz unbekümmert barfuss unterwegs sein werde, ganz nach dem Motto: «Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert».

Meine Barfüssigkeit wird ganz bestimmt bemerkt und im Verlaufe der Reise zum Thema werden. Davor habe ich absolut keine Angst, weil ich dazu stehe. Ich hatte nur etwas Respekt vor dem ersten Eindruck. Durch eure motivierenden Antworten sind diese Bedenken jetzt fast gänzlich verflogen!

Genau das habe ich vor!

Auf die Fragen ich werde ehrlich antworten können.

Bei mir ist es ähnlich wie bei Dir: Ich mag es einfach, unterschiedliche Untergründe zu spüren.

Dies ist genau der Grund, weshalb ich im Urlaub erstmals über längere Zeit barfuss in Gesellschaft sein möchte. Bei Freunden und Familie habe ich wesentlich mehr zu verlieren.

Das ist ein berechtigter Hinweis. Ich denke, das Risiko irgendwo nicht hereingelassen zu werden ist Teil einer Gruppe wesentlich geringer als wenn man alleine reist.

Wenn ich das Gefühl habe, dass es zu heiss werden könnte, werde ich die Schuhe selbstverständlich mitnehmen. Auf Blasen habe ich definitiv keine Lust und es soll mir ja Spass machen.

Ein weiteres schlagkräftiges Argument, weshalb ich barfuss zum Treffpunkt erscheinen soll.

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Wie schon andere schrieben, denke ich auch, dass ein paar Schuhe für den Fall der Fälle nicht schaden können, v.a. wenn man es noch nicht gewohnt ist tagelang ohne auszukommen.
Was das erste Treffen anbelangt, musst du vmtl. selbst entscheiden, ob du dich traust oder nicht.
Ich kann aber auch noch aus eigener Erfahrung sagen, dass Schuhe anzuhaben und sie dann irgendwann auszuziehen zumindest bei mir immer mehr Überwindung kostet, als gleich gar keine anzuziehen.

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Mein Tipp wäre, dass du es komplett barfuß bei einer anderen Reise versuchst - wenn du das Programm selbst kontrollieren kannst und auch die Untergründe im Griff hast. Deutschland wäre dafür gut geeignet, da geht das auch im Sommer, z.B. mit einem Deutschlandticket. Gar keine Schuhe mitzuhaben, das hat schon was.

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Wenn du ganz minimal unterwegs sein möchtest, empfehle ich die „geniale Sandale“: https://www.genialesandale.at/
Das ist wirklich nur ein minimaler Sohlenschutz, zudem biegsam, und man kann sie leicht einstecken. Gewicht hat sie auch so gut wie keines.

+1
die hatte ich mir auch schon ausgeguckt aber noch nicht bestellt

Ja, von denen habe ich auch gleich zwei Paar. :grin:

Diese genialen Sandalen interessieren mich auch schon länger. Den Preis finde ich ganz schön happig. Vielleicht ist er ja auch nötig bei den kleinen Stückzahlen, die vermutlich verkauft werden. Halten die Dinger lange durch?

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Meine habe ich 2019 gekauft - damals allerdings zum Preis von 39 Euro (gerade nachgesehen). Ich verwende sie sehr selten; eigentlich nur für den Flieger und für Hotelessen. Über die Haltbarkeit sollte ich mich daher nicht äußern. Die Schnürung ist etwas tricky - je nachdem, wie gut einem das gelingt, sind sie wohl mal mehr, mal weniger bequem. Für dauerhaftes Tragen sind sie, finde ich, eher ungeeignet.

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Danke für die Infos! Eigentlich würde ich sie wohl auch nur als Notschuhe benötigen, also eher selten anziehen. Wenn man sie kaum anzieht, halten sie bestimmt ganz lange :blush:. Und wenn, dann eher z. B. für ein Museum, wo man sich nicht so schnell bewegt. Scheint also zu passen.
Ich weiß nur noch nicht, ob ich Lust habe, mich mit der Schnür-Wissenschaft auseinanderzusetzen.

Eine Wissenschaft ist das nicht - aber wenn man (wie ich) nicht eben praktisch begabt ist, kommt man schon etwas ins Grübeln.
Als reine Notschuhe - wenn man also einfach irgendwas an den Sohlen braucht - sind sie ideal, eben weil sie extrem leicht sind und man sie sogar falten kann. Mit Flipflops geht das nicht.

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