Naturkontakt, Outdoorheld, Feldluft und andere

Ich habe bei der Suche im Netz mehrere Anbieter gefunden, die ein ähnliches Konzept haben und teilweise extrem ähnliche Schuhe und Preise.

Preise um die 70 Euro, bei deutlich höheren Streichpreisen. Versand aus England. Rücksendung teuer. Oft scheinen diese Anbieter aber keine Probleme zu haben, Ersatz kostenlos zu schicken und auf die Rücksendung zu verzichten.

Die Qualität wird sehr unterschiedlich bewertet.

Einerseits finde ich die Preise okay und was ich von denen bisher live gesehen habe war durchaus okay, optisch und von der Sohle her. Allerdings scheint mir das einfach China Ware zu sein, die hier durchgereicht wird. Die Produkte haben oft kein Label und werden, in fast identischer Form und Farbe, von den Anbietern als eigenes Produkt vermarktet. Die Größen zwischen Modellen fallen auch extrem unterschiedlich aus.

Also: man kann wohl Glück haben oder eben Pech.

Barfußschuhe sind grundsätzlich ja weniger komplex. Die Sohle ist kein komplexer Sandwich mit speziellen Materialien und generell eben eher leicht und günstiger herstellbar. Minimal eben. Deswegen bin ich etwas überrascht, dass solche Schuhe oft für deutlich mehr verkauft werden. Renomiertere Hersteller verlangen ja schnell Mal 150 Euro…

Jetzt suche ich ein paar vernünftige und bezahlbare neue Minimalschuhe von guten Herstellern. Testberichte finde ich kaum. Vermutlich ist das Thema einfach etwas zu speziell?

Also gerne Tipps dazu. Auch zu Haltbarkeit und Verwendbarkeit bei Bergwandern und nasskaltem Wetter.

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Testberichte findest Du im Barfussblog von @eva:

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Der Preis KANN sich teilweise mit vergleichsweise kleiner Stückzahlen rechtfertigen lassen, manche Hersteller reklamieren auch faire(re) Bedingungen für die Menschen, die die Schuhe zusammenschustern oder gar Fertigung in EU/DE.

Und genau so ein minimalistisches Schuhwerk muß, damit es nicht nur die Haltbarkeit von einem Paar Wollsocken hat, nicht sehr viel weniger aufwändig gefertigt werden.

Ausprobieren: Schau mal bei den Marken Deiner Wahl, ob die nicht auch für Dich erreichbare Fachhändler haben, das ist immer besser als hin- und herzuschicken.

lG Matthias,
zufrieden mit einem Paar „normaler“ Leguanos seit 2018 für bürgerlich-schuhpflichtige Anlässe und einem Paar warmer Winterleguanos für derbes Scheizzkaltwetter aber noch unterhalb der Winterboots- oder Bergstiefelschwelle seit dem Winter 2022/2023 - diese Marke z.B. hat in vielen Städten eigene Läden und hat die Fertigung in DE.

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Die Berichte aus dem Blog sind schon informativ. Mir fehlen aber so Praxisberichte über Wasserfestigkeit, Haltbarkeit, gripp der Sohle. Ich werde Mal schauen, ob hier in Göttingen ein Laden ist, der solche Schuhe führt. Leider stehen auch im Blog einige Hinweise auf Hersteller im Ausland, mit teils hohen Rücksendekosten. Schuhe per Internet geht erst dann gut, wenn man ein schon erprobtes Modell nachbestellen möchte…

PS : gerade gesehen, dass „meine“ winter-barfuß-Schuhe von @forbi getestet wurden. Jedenfalls haben meine die exakt gleiche Sohle. Ich kann bestätigen, dass die Schuhe sehr rutschfest sind und auch für mich als Anfänger warm genug, auch bei Temperaturen unter Null.

Ja, die sind echt gut, zumindest für meine Zwecke. Ich ziehe sie ausschließlich zu Wettkämpfen im Orientierungslauf an. Also nur ca. jedes zweite Wochenende für etwa eine Stunde oder so. Dieses Jahr ca. 170km von insgesamt 1200 Laufkilometern (der Rest barfuß). Deswegen kann ich die Langlebigkeit nicht so gut beurteilen. Aber ich würde mir solche wieder kaufen, wenn sie kaputt gehen. Dann vielleicht eine andere Marke (Saguaro oder andere?), weil diese doch eine recht klobige Sohle haben. Es gibt ja inzwischen ganz viele Schuhe dieser Machart. Ich gehe aber davon aus, dass das Prinzip irgendwo in Asien erfunden wurde und fast identisch unter verschiedenen Namen vertrieben wurde. Die nehmen’s glaube ich nicht so genau mit dem Patentrecht in China…

Wenn es wirklich nachhaltige (zu 100% in Deutschland produzierte) und hochwertige und sehr gut verarbeitete Schuhe sein sollen, die auch einem feierlichen Anlass angemessen sind, kann ich aus eigener Erfahrung die Firma Senmotic empfehlen. Oder ZAQQ, das wurde von ehemaligen Angestellten von Senmotic gegründet und ist ebenso hochwertig. Mir persönlich passten die nich so gut und ich habe sie zurückgeschickt, aber das ist sehr individuell. Kostenlosen Rückversand bieten beide Firmen an - sofern die Schuhe noch nicht draußen getragen wurden, aber das versteht sich von selbst!

Sehr interessant finde ich auch die Schuhe von Wildling. Ich hatte noch nie welche an und werde mir vermutlich auch keine kaufen (weil ich einfach zu selten welche trage), aber die scheinen mir vom Konzept am besten zu sein mit der geteilten Sohle. Die ist wirklich maximal flexibel und die Schuhe sind auch sehr hochwertig. Das finde ich gut! Ist zumindest auch eine deutsche Firma, aber ob die Schuhe hier gefertigt werden, weiß ich nicht.

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Dass viele solche Schuhe praktisch identisch sind, ist mir auch aufgefallen. Ein Anbieter (Freiluftkind) informiert transparent, dass die Schuhe aus China sind. Die anderen verschweigen das auf ihrer Webseite, und wenn man nachfragt, erhält man ausweichende oder gar keine Antworten. Für mich ist das nichts.

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Zumindest die leguanos reklamieren für sich „Made in Germany“.

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Grundsätzlich habe ich kein Problem mit Made in China. Was mich mehr stört ist, dass hier nicht nachhaltig gearbeitet wird. Rücksendungen sollten realistisch möglich sein, wenn was nicht passt. Außerdem kosten die Schuhe bei Amazon regulär so um die 40 Euro und bei Naturkontakt sind es 69, bei einem Streichpreis von über 120 Euro.

Die machen mit extrem geringem eigenen Aufwand Geld. Die entwickeln vermutlich nichts selber, sondern kaufen aus dem China Katalog. Auf Ali Express gibt es die Schuhe für 21 Euro…

Zum Einstieg, gerade im Winter, finde ich die Schuhe nicht verkehrt. Die Sohle hat ein sehr griffiges Profil und im Vergleich zu meinen Wanderschuhen ist es wirklich schon sehr gefühlsecht.

Allerdings bin ich sicher, dass ich zur warmen Jahreszeit mindestens zu deutlich dünneren Sohlen wechseln werde und sicher auch öfters ohne Schuhe


laufen.

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Also in meinem Minimalschuhtest, den ich im Barfussblog drin habe, ist sehr klar, wie geländegängig das beschriebene Modell ist. Sehr - es ist mein Schuh der Wahl in weglosem alpinen Gelände, wenn ich keine Fivefingers trage.
Auch hier im Forum findest Du einen sehr ausführlichen Bericht: Minimalschuhe ohne Zehensteg - Saltic Fly (und andere)
In dem Bericht habe ich auch Bemerkungen zu anderen Herstellern drin.
Ich verwende fast ausschliesslich den, selbst im Winter. Wenn es zu kalt ist, ziehe ich Neoprensocken an, oder gleich meine Mares, wenn es nicht zu heikles Gelände ist.
Ansonsten habe ich ziemlich wilde Sachen bis Schwierigkeit T4 gemäss der Wanderskala des Schweizerischen Alpenclubs mit Fivefingers gemacht, und zwar mit Bikilas. Deren Profil ist nicht berauschend, aber deren Gummimischung hält viel besser als jeder Fivefinger mit „Wanderschuhprofil“!
Wildlinge gehören zum Bequemsten, was ich kenne. Aber sie stinken schnell mal und den Gestank kriegt man kaum weg. Und ich habe nur Sandalen von denen!!!Allerdings sind die Wildlinge nichts für die Berge. Ich habe jedoch zwei Trekkings über ca. 200 Km mit den Wildling Rabenfedern an den Füssen absolviert, da ich mit meiner Warze auf unebenen Böden nicht schmerzfrei gehen kann.
ZAQQ-Sandalen finde ich auch nicht berauschend, denn deren Sohle ist mir zu wenig flexibel. Hingegen liebe ich meine Sandalen von Tikki Shoes. Sowas von angenehm! Und gut sehen sie aus! Auch die habe ich während eines Trekkings getragen, allerdings habe ich durch den Zehensteg dann eine Blase bekommen. Bei Regen sind die allerdings untauglich: man gleitet sehr stark, wenn die Sohle unter dem Fuss nass ist, und in unwegsamen Geländen ist das sehr gefährlich. Ich trage zum Arbeiten Tikkis, da ich nicht barfuss unterrichten darf.
Ich trage kaum mehr geschlossene Schuhe, denn die Kälte kommt von unten, und wenn man in Bewegung ist, reicht eine Sandale aus. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich sehr kalte Füsse vom Barfussgehen hatte, und selbst wenn ich dann Sandalen angezogen habe, wurden die Füsse wieder warm - weil sie der Bodenkälte nicht mehr ausgesetzt waren. Es sei denn, es liegt viel Schnee. Dann ziehe ich wie erwähnt Neoprensocken an oder trage meine Mares Equator.
Ich hoffe, das hilft Dir weiter. Um Dir konkrete Tipps geben zu können, brauche ich allerdings noch mehr Infos, wozu Du die Minimalschuhe brauchst, für welche Gelegenheiten. Durch meine Warze Deswegen und weil ich vor meiner Barfusszeit 6 Jahre lang nur Minimalschuhe getragen habe, kenne ich viele Modelle. Als Hundehalterin bin ich sehr viel draussen, und in meiner Freizeit mache ich oft teils lange Wanderungen. Auch in die Berge zieht es uns immer wieder.

Liebe Grüsse
Dorothea

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Ich fange ja gerade erst an. Also weiß ich noch nicht so ganz genau, wie sich das entwickelt. Sandalen sind mir bisher eher unangenehm… Aber vielleicht muss ich das noch einmal testen.

Die China Schuhe habe ich jetzt seit bald 2 Monaten. Und ich bin bisher völlig fein mit der Wärme. Ich laufe da auch bei leichtem Frost ohne Socken oder Einlagen.
Bisher riecht es auch nicht.

Leguano könnte ich in Göttingen im Laden testen. Kennst du ein Modell, was zwar nach Schuh aussieht, aber möglichst wenig Material ist? Für Büro und Indoor, wo barfuß nicht erlaubt ist?

Ich hab mir 2018, (Jahr meiner bf-Werdung) den ganz normalen Aktiv in schwarz geholt, das ist bei denen immer noch der beste Kompromiß / Ersatz für „normale“ Halbschuhe, taugt für jeden Zweck von Badeschuh bis gutbürgerlich, außer dem hab ich sonst keine Minimalschuhe, nur für den Winter hab ich seit der Saison 2022/2023 den Kosmo.

Wo irgendein strenger konservativer Dresscode (á la Bank mit Kundenkontakt) herrscht, sind wohl alle Leguanos noch zu leger.

Hingehen, ausprobieren, anschauen!

Nachtrag: Der „förmlich-edelste“ wäre der Dean, der ist aus Leder (und auch in der entsprechenden Preislage wie jeder guter Lederschuh . Für die oben erwähnten „Kulturkreise“, in denen hochglanzpoliert schwarz + Sakko + Krawatte alternativlos ist, auch eher noch nix.

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Dresscode eher nicht. Aber es gibt Gelegenheiten, wo ich aus hygienischen Gründen, oder um einfach keine Diskussion zu führen, lieber was an die Füße mache. Wenn es schicker aussieht als ein Zehenschuh oder eine gummierte Socke, dann ist das okay. Farbe am besten auch schwarz. Die China Schuhe sind optisch schon okay, nur dann auch zu warm.

Dann wären die bereits erwähnten Leguano aktiv (da gibt es 1 Winter- und 1 Sommervariante) perfekt. Ich trage sie selbst.

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Es ist eh witzig, wie viele Menschen bei „Barfußschuh“ primär an die megaauffälligen und bei vielen Menschen nicht ansatzhaft geeigneten Zehenschuhe denken*, jedenfalls immer irgendwas total wierd und abgedreht aussehendes vorm geistigen Auge haben. Da haben die FiveFingers von Vibram starken Eindruck hinterlassen.

Schicker (bzw. auch „gutbürgerlich-normaler“, dresscodemäßig operntauglich-unauffälliger) als ausgerechnet die Extreme FiveFingers & Co, „Sockenartige“ oder Superminimalsandalen, das ist ganz leicht.

Pflichtenheft wäre dann v.a. materialmäßig minimalistisch-leicht, aber optisch dezent bzw. so weit wie nur möglich an normales Schuhwerk angelehnt.

lG Matthias

*PS.: Wenn DIE nicht perfekt passen, Quell für Scheuerstellen und Blasen, die Du noch nie so erlebt hast…

Meine ersten sind halt vibram five fingers gewesen.
Schwarz mit gelb und oben offen wie Ballerinas. Vor schätzungsweise 10 Jahren. Ich habe die immer noch, aber letztlich kaum getragen, außer beim Camping.

Wirklich sehr auffällig aber gepasst haben die schon und blasen habe ich keine davon gehabt.

Ist euch das auch schon passiert, dass barfußschuhe mehr gesprächsstoff bieten als richtig barfuß? Ist mir letztlich mit Skinners passiert, an der bushaltestelle und im zahnarztwartezimmer. Temperatur jeweils „um null“ und dank isolierender einlegesohle sehr gut auf dauer aushaltbar. (Wenn ich absehbar unter einer viertelstunde draußen bin, gehe ich bei solchen temperaturen weiterhin barfuß und mache mir gar keine gedanken, minimalschuhe sind aufgerollt im rucksack und weitgehend vergessen …)

Passiert noch nicht, zumindest ist mir das nicht aufgefallen. Wahrscheinlich stehe ich zu selten mit Schuhen an Bushaltestellen…?! Aber ich habe eine ganz einfache Erklärung (oder zumindest eine Theorie) dafür:

Bei Schuhen können die Leute mitreden.

Minimalschuhe sind für andere Leute vorstellbar, weil das nicht so weit weg ist von „normalen“ Schuhen. Wenn dagegen jemand barfuß Schneewanderungen macht, barfüßig einen Marathon läuft oder ohne jegliches Schuhwerk wochenlang über die Alpen wandert, ist das so weit entfernt von der eigenen Realität, dass einfach kein gemeinsamer Gesprächsstoff aufkommt. Maximal ein anerkennender Dreiwortkommentar.

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Bisher habe ich zu meinen Barfußschuhen gar keinen Kommentar bekommen. Zu den Five-Fingers davor, schon. Barfuß - da bisher noch eher da, wo keiner mich genau sieht - auch noch nichts…

Da es mich jetzt angefixt hat, wird das sicher noch kommen.

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Ich höre gern den Podcast „Barfuß im Pott“.
Da werden neben vielen Barfuß Themen auch viele Barfußschuhe vorgestellt.
Transparenzhinweis: Die sind gesponsert. Ich hab nix mit denen zu tun.

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