Tapen von Schrunden

Im Rahmen des Themas Barfuß in der Uni entwickelte sich ein Gespräch über das Tapen von Schrunden. Auf Vorschlag von @Matthias_MUC entschied ich mich, dieses Gespräch abzutrennen.

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da empfehle ich Kinesio-Tape bzw. Physio-Tape, also dieses elastische Zeug, das man eigentlich aufklebt, um irgendwelche Muskeln zu unterstützen. Das hält im Gegensatz zu Leukoplast & Co. bombenfest und scheuert sich auch nicht ganz so schnell durch wie das vermeintlich stabilere medizinische Zeug.

(Achtung, wird hier leicht OT, vielleicht sollte das ab einchließlich Forbis Empfehlung irgendwie abgetrennt werden, kann ich das schon?)
[edit] :heavy_check_mark: THX fürs Trennen an @stromkabelsalat
DURCHscheuern ist nicht das Problem. Die Physiotapes kenn ich von meinem Eheweiberl, der darf ich den Buckel ab und zu tapen, die haften ungefähr so gut wie meine Leukotapes, aber bieten, weil sie dicker sind, mehr Angriffsfläche, um sich von den Kanten her abzulösen. Wenn ein Leukotape mal 1/2 Stunde gehalten hat, dann bleibt es pappen, bis ich es mühsam runterbade oder nach Tagen wirklich abgelaufen habe und ggf. die Reste mit Nagellackentferner abkratzen kann.
Das (oder zumindest MEIN) Hauptproblem ist das Dilemma zwischen Eincremen und Tapen. Ich neige zu bröseltrockener Haut, was an den Füßen sich mit echter Hornhaut :sunglasses: in Bauernbrotrindenqualität (ein dunkel gebackener Pfisterbrotlaib ist dagegen ein im Kaffee eingeweichtes Milchbrötchen) und immer denselben „Handlinien“ als ewige Sollbruchstellen unter den Ballen auswirkt. Ich muß wirklich regelmäßig eincremen und diese Hornhaut auf eine sollbruchstellenvermeidende = genügend elastische Restdicke runterfeilen. Wenn ich - fast egal mit was, ob mit Montanaras Zaubercreme aus dem gelben Forum, die leider nicht mehr hergestellt wird, oder mit dem allpresan-Schaum No.4, der bei mir derzeit am besten hilft und wirkt und noch am schnellsten einzieht - die Füße einschmiere, hält stundenlang KEIN Tape, egal was - und am besten immer noch das mäßig elastische weiße Leukotape, das sich bisher perfekt bewährt hat. Also wenn ich mit Tapen anfangen muß, beißt sich das mit Eincremen, die „getapte“ Schrunde kann sich erholen, aber daneben trocknet alles wieder aus, oder, wenn ich drumrum creme. wandert die Creme irgendwie unters Tape und dann löst sich alles wieder.
Das ganze könnte ich nur vermeiden, wenn ich wirklich ganz ganz regelmäßig creme UND feile - dazu fehlt mir manchmal, wenn’s eine Weile gut gegangen ist, die Selbstdiziplin und der Nerv… - UND ich muß ggf. unterwegs beginnende Sollbruchstellen schadensfrei nach Hause retten mit „notfallmäßigem“ Tapen aus meinem „Bordwerkzeug“.

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Ah okay, wenn man es „nur“ aufklebt, ist es wohl kein großer Unterschied, welches Tape. Da löst sich alles leicht wieder ab. Ich hatte das bisher ausschließlich an den Zehen verwendet und wenn man es da mehrfach herumwickelt, hält das an sich selbst und zwar viel besser als alle anderen Klebebänder, die ich bisher ausprobiert hatte. Auch mit Creme darunter, ganz egal ob Urea-, Dexpanthenol- oder schwarze Zugsalbe. Aber wenn man den ganzen Fuß einwickeln muss, hälts wohl nicht so gut als bei einzelnen Zehen…

Ja, meine kritischen Tapestellen sind meistens Sollbruchstellen-Linien quer am Ballen innen und außen und gelegentlich Längsschrunden am Ballen von der „Sohlenkante“ hinter den Zehen weg. Da geht leider nix mit „Rumwickeln“. Am besten ein Streifen Tape in Fuß-Längsrichtung quer zur Schrunde stramm unter Zug aufgeklebt, Breite entsprechend der Länge der Sollbruchstelle. Hab alle Breiten von 2 bis 5cm da…

Pfisterbrotrinde entsteht v.a. an den Sohlenkanten innen/außen am Ballen, wo die Schrunden dann nahtlos in die Sollbruchstellenlinien unterm Ballen übergehen und natürlich an den Fersenkanten. An den Fersenkanten dann hobeln und den Rest zugentlasten durch ein schmales, langes Stück Tape, wieder unter Zugspannung knapp um die Kante rum quer über die Schrunde.

Bei mir hilft Urea-Creme, mind. 25% (kaufe Heel Balm in der 500g Packung) und creme fast täglich mind. einmal, wenns schlimm ist, auch morgens und abends, Abhängig von Aktivität und Wetter. Die Dose steht neben meinem Bett.
Ich habe herausgefunden, dass die Creme erst richtig gut wirkt, wenn die Füße auch mit Wasser in Berührung komme. Als ob das enthaltene Urea Wasser binden und die Hornhaut damit flexibler machen könnte. Die Creme hilft extrem schnell: Risse sind innerhalb von wenigen Tagen wieder gut.
Hier der Link

Das zieht auch sehr schnell ein. Allerdings könnte es sein, dass in den ersten h Tape noch immer nicht hält.
Aber vielleicht brauchst du dann auch gar keins mehr :wink:

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Es gibt auch noch andere Urea 30%-Cremes. Einfach in der Apotheke nachfragen.
Ich behandle meine gefährdeten Stellen immer Abends nach dem Füsse waschen, wenn ich im Bett liege, damit alles über Nacht gut einziehen kann. Man muss es schon jeden Abend und über längere Zeit machen, damit auch die ansonsten hartnäckigen Hautrisse verschwinden, die sonst zu Schrunden werden könnten. Aber es hilft wirklich!
Tapes helfen mir bei Schrunden überhaupt nicht. Aber wenn - was seit der Urea 30%- Creme sehr selten geworden ist - eine Schrunde auftritt, dann haben sich bei mir Compeed sehr bewährt. Die kann man mehrere Tage drauflassen, bis sie von selbst abfallen, und dann ist die Schrunde zu. Ich habe aber festgestellt, dass man Compeed erst eine gewisse Zeit nach dem Waschen aufkleben sollte, damit die Dinger auch halten. In meinem Fall halten alle Plagiate aus DM und Müller und Co. nicht. Nur das teure Original hält den Anforderungen meines barfüssigen Alltags stand!

Liebe Grüsse
Dorothea

WENN das Tape mal hält (und das hängt bei mir eben von der Vorbehandlung ab), dann ist es für mich perfekt, vorhandenen Schrunden den Schutz zum Heilen zu geben.
Deine Zaubercreme war perfekt in Sachen Wirksamkeit vs. schnellem Einziehen, und von allem, was ich danach so ausprobiert habe, ist bisher der Alpresan-Schaum No. 4 am besten gewesen - wenn ich die Disziplin habe, das regelmäßig zu machen…

Kleine Risse (wie gesagt, bei mir meist unter dem großen Zeh schräg verlaufend, max. 3cm lang) klebe ich gelegentlich auch mal mit Sekundenkleber zu. Dann reißt es zumindest nicht weiter auf und nach ein paar Tagen ist eh alles wieder runtergelaufen und die Haut dann vollständig. Ist aber fraglich, ob das bei größeren Baustellen so empfehlenswert ist - oder überhaupt funktioniert?

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Hat sich in meinem Fall versuchsweise nicht so ideal bewährt. Hab von den vielen angepriesenen denjenigen UHU verwendet, der angeblich elastisch bleiben soll. „Richtigen“ Gewebekleber zu kaufen habe ich nach einer kleinen Preisrecherche unterlassen…

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Was für Tiere zugelassen ist, sollte für Menschen vermutlich auch gehen. Es gibt natürlich sehr teuren Kleber aus Eiweiß (fibrinogen), aber der ist für unsterile Fußhaut ziemlich übertrieben.

Ich weiß, dass cyanacrylat ohne Zusatzstoffe (aka Sekundenkleber) durchaus eingesetzt werden kann, im Notfall

Danke für den Tipp, das Ding liest sich sehr interessant, aber witzigerweise nicht nur zum Stabilisieren reißgefährdeter Schrunden, sondern tatsächlich fürs Vieh, um unserem Kater, wenn wir bei seinen Diabetes die Einstellung prüfen wollen, so einen Sensor freigängertauglich festzupappen. Beim Link steht explizit, daß es NICHT ausprobiert sei, ich weiß aber, daß sie bei unserem Kater in der Tierklinik den Sensor mit einem Veterinär-Hautpapp gesichert haben, und er hat die ganzen 14 Tage gut durchgehalten.

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Bei Medikamenten und Medizinprodukten sind Hersteller und Verkäufer an die ursprüngliche Verwendung und Dosierung gebunden.

Die dürfen nicht mit anderen Eigenschaften werben. Deshalb wird hier mit dem Trick gearbeitet, dass man eine mögliche Verwendung nicht geprüft habe.

Tiermedizin ist aber mit sehr ähnlichen Vorgaben herzustellen, was Reinheit angeht. Der Kleber ist auch für Menschen erhältlich, kostet dann aber deutlich mehr, mit dem gleichen Inhaltsstoff.

Naja, so gesehen ist auch die Anwendung von den Blutzuckermeßteilchen am Tier „Off Label“, diese Dinger sind für menschliche Diabetiker*innen gebaut, zugelassen und freigegeben. Daß sie bei Haustieren genauso gut funktionieren, dazu gibt es Studien, aber bei Patienten mit nachwachsendem Fell unter der Applikationsstelle, und besonders bei aktiven Freigängern muß man sich halt was extriges einfallen lasser, damit die Teile nicht zur Halbzeit unter irgendeiner Hecke verloren gehen.

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Off label ist immer ein bisschen Risiko und erfordert eigene Verantwortung. Da muss man sich halt Gedanken machen und sich vorsichtig damit beschäftigen.

Cyanacrylat als Wundverschluss wird allerdings schon lange genutzt. So weit ich weiß, auch beim Militär.

In manchen Fällen ist Medizin für Tiere bei Menschen ungeeignet oder schädlich. In diesem Fall vermutlich nicht.

Ich habe auf Wanderungen immer ne Tube Sekundenkleber dabei, aber zum Glück noch nie gebraucht. Ich schließe damit gelegentlich Risse unter den Großzehen (die meistens nach langen Joggingrunden entstehen, wenn ich länger nicht eingecremt hatte). Das funktioniert sehr gut. Ob ich im Ernstfall wirklich eine blutende Wunde damit zukleben würde, kann ich nicht sicher sagen. Ich hoffe, dass ich die Entscheidung nie treffen muss…

Wie gesagt: wird so gemacht und ist erprobt.

Allerdings würde ich dafür keinen Kleber aus dem Baumarkt nehmen. Da können Zusatzstoffe drin sein, die nicht in Wunden dürfen. Das Zeug für Tiere dürfte aber okay sein.

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Ich habe früher mal Schrunden mit Sekundenkleber zugemacht, fand das aber nicht sonderlich bequem und bei feuchten Verhältnissen ist der Leim bei mir bald ab. Bei mir half es, Schrunden mit Blasenpflaster zuzukleben. Aber auf meiner Haut halten die auch nicht lange.
Ich setze daher auf Prävention. Ich creme meine schrundengefährdeten Stellen jeden Tag mit wenig Ureacrème 30% ein und den Rest des Fusses mit Urea 10%. Seither - seit etwa 4 Jahren - hatte ich nie mehr Schrunden.

Liebe Grüsse
Dorothea

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