Wenn man schon barfuß ist, sollte man auch... ? (Mitmachen erwünscht!)

Hallo zusammen,

gerade habe ich ein wunderbares Zitat von Oscar Wilde gefunden:

Es gibt nur eine Entschuldigung, wenn man sich gelegentlich exzentrisch kleidet:
man muß sich stets exzentrisch benehmen.

Da liegt natürlich der Vergleich zur Barfüßigkeit nahe. Leider funktioniert es nicht, wenn man „exzentrisch“ einfach gegen „barfuß“ austauscht, denn wer kann sich schon etwas unter „sich barfuß benehmen“ vorstellen? Und entschuldigen wollen wir uns schon gar nicht. Aber vielleicht wär das trotzdem was für die Sammlung lustiger Antworten auf blöde Fragen…?!

Also wie könnte der Satz weitergehen?

Wenn man schon (gelegentlich) barfuß unterwegs ist, muss man auch […]

Ich bitte um kreative Vorschläge!

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… mit Bargeld bezahlen.

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Keinen Müll fallenlassen, keine Hunde kacken lassen … (allgemein sich so verhalten, dass sich die barfußtauglichkeit der umwelt eher verbessert, sicher nicht verschlechtert)

Anderes trifft sicher nicht auf alle zu. So gehört für mich „barfuß“ und „autofrei leben“ zusammen: Sich von dem lossagen und freimachen, das allzu viele als völlig unverzichtbar ansehen, und darin keinen verlust und keine einschränkung sehen, im gegenteil. Aber ich weiß, es gibt auch genug barfuß-autofahrer, die jederzeit auf schuhe, aber sicher nicht auf ihre karre verzichten werden.

Ich habe auch schon sehr merkwürdige fehlschlüsse erlebt, bis hin zu „impfverweigerer“. Die kommen von schuhträgern, die für alles abweichende eine schublade suchen.
Radler, vollwertköstler, barfüßler: Steckt mich gern in zu den ökos, aber sicher nicht zu den wissenschaftsverweigerern.

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Wenn barfuß Leben zugleich erhöhte Achtsamkeit und weniger aggressives Verhalten bedeutet, dann gehört dazu:

  • nicht drängeln und anderen nicht zu nah auf den Pelz rücken
  • „entschleunigen“
  • sich seiner selbst bewusster sein und die anderen dadurch ebenfalls bewusster wahrnehmen
  • andere Menschen nicht nach dem Äußeren beurteilen, sondern als Mitmenschen wahrnehmen
    … und vielleicht noch anderes mehr.
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… Anstand haben und zusehen, dass die Pfoties so sauber und gepflegt wie notwendig sind und man seine Sohlen auf dem Boden lässt und nicht zeigt.
Ausser Leute wollen die ausdrücklich sehen, was ich in den wenigen Fällen immer etwas feti-weird fand, aber wenn die es unbedingt wollten…
Ich finde das auch immer etwas unpraktisch, wenn ich Treppen hochgehen muss und fühle mich immer unhöflich gegen denen, die hinter mit die Treppe hochlaufen.

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Da habe ich keine bedenken: Fußsohlen sind auch nicht dreckiger als schuhsohlen; wer in situationen wie „treppe“ drauf guckt, macht das aus eigenem antrieb. Aber dass füße ob mit oder ohne schuhe/socken nicht auf sitze und andere möbel gehören, denke ich auch. So wie ich ganz allgemein lieber als höflich und rücksichtsvoll rüberkomme. Denn wenn jemand an meinem ganzen verhalten keinen anstoß nehmen kann, warum sollten sich die leute dann am kleinen detail stören, ob und wie ich meine füße bedecke oder nicht?

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auf alte Damen gefasst sein, die besorgt sind und auf eine mögliche Blasenentzündung wegen kalter Füße hinweisen.

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Ich bin zwar kein Verweigerer der Wissenschaft, aber ich bete sie auch nicht an wie die Inderin die Kuh. Ich gehe da selektiv vor, und bin vielmehr für alles was wahr ist, was von ernsthaftem Interesse ist, was gerecht, rein und liebenswert ist, und für alles, was moralisch wertvoll und lobenswert ist. Schuhe, Atomwaffen und viele andere schädliche Produkte wissenschaftlicher und technischer Forschung gehören nicht unbedingt dazu. Denn viele von diesen Dingen haben die Welt jetzt an den Rand des Abgrunds gebracht.

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…Genau, alles sowas :rofl:

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… auch sonst zumindest ein bisschen in Frage stellen, wie weit einen Konventionen hindern, den eigenen Weg zu gehen.

So hat mich die Aufforderung Forbis zuerst angesprochen. Wenn ich schon barfuß gehe, dann kann ich auch andere Konventionen in Frage stellen. Man kann auch sagen: Es gehört zu den Dingen, die ich durch das Barfußgehen gelernt habe, genauer nachzuschauen, was ich eigentlich wirklich will und was ich nur mache, weil man es so tut. Und ich habe auch gelernt, dass es sich lohnt, ein wenig mit Konventionen zu experimentieren, zu beobachten, wie die Mitmenschen so reagieren, und was das dann mit einem selbst macht. Beispielsweise mag ich mitunter einen Kleidungsstil mit bunten Sachen, oft aus Nepal. Wenn das für mich gerade sein will, rasiere ich mir die Haare ab, mitunter bis zur Glatze. Das fühlt sich mitunter sehr befreiend an. Manchmal bleibe ich dann für einige Zeit dabei, und irgendwann lasse ich die Haare dann wieder wachsen. Und eigentlich ist das für mich nicht nur eine Anleitung für Äußerlichkeiten. Ich bin etwa ganz froh, auch eine nicht ganz alltägliche Berufswahl getroffen zu haben.

Auch schon angesprochen wurde ein anderer Aspekt, den man auch mit dem Zitat verbinden kann. Immer wieder gibt es da diese Fremdzuschreibungen: Wenn du barfuß gehst, dann musst du doch… Wirklich ausgesprochen habe ich das in der Coronazeit erlebt. Ich habe im Garten vor meinem Haus im Garten gearbeitet, und ein entfernter Bekannter kam vorbei. Sein langer Monolog begann mit: „Du gehst ja barfuß. Du wirst das doch auch so sehen…“ Es kam reichlich Kritik an Impfungen und anderen Coronamaßnahmen. Ich habe das nicht so gesehen.

Und schließlich gibt es noch diese Perspektive: Wenn man schon barfuß geht, dann muss man sich wenigstens ordentlich benehmen. Die gefällt mir jetzt nicht so… Bitte nicht falsch verstehen: Rücksicht und Höflichkeit sind immer gut, aber barfuß oder mit Schuhen, ob im bunten Wollpullover oder im Sakko. Aber sicher will ich nicht den Eindruck machen, als ob ich mich für meine Barfüßigkeit entschuldigen müsste. Zum Beispiel sehe ich als rücksichtsvoll, meine Füße im Zug oder Bus nicht auf die Sitze zu legen, weil ich weiß, dass das andere Leute als unhygienisch empfinden. Aber das gilt mit Schuhen genauso wie barfuß. Ebenso weiß ich, dass es in Asien unhöflich ist, jemandem die Füße entgegen zu strecken. Ebenfalls barfuß wie mit Schuhen. Darum bemühe ich mich, wenn ich dort bin, aber nicht zuhause. Und ich verstehe auch nicht, warum ich krampfhaft darauf achten sollte, dass niemand meine nackten Fußsohlen sieht. In meiner Kultur ist das genausowenig ein Tabu wie nackte Arme oder Beine.

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Den ersten Teil sehe ich auch so. Ich wasche mir zumindest die Füße, ehe ich irgendwo einkaufen gehe, oder sonst wo hingehe, wo ich mit Leuten verkehre. Aber ich mache mir keine Gedanken darüber, ob man meine Sohlen sieht oder nicht, das halte ich für übertrieben, weil es sich eh nicht immer vermeiden lässt.

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….gar nichts anders machen!
Schliesslich ist barfuss stinknormal und wird nur darum „anders“, weil die wenigsten die Eier haben, es auch durchzuziehen.
Warum sollte man sich anders benehmen, nur weil man gern auffällige Kleider trägt?! Dann müsste man sich doch auch passend zu Jeans und Pullover verhalten?

Liebe Grüsse
Dorothea

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Ähnlich wie Dorothea fällt mir nichts Wesentliches dazu ein. Als Barfüßer verhalten uns zwar anders, aber das kommt mehr oder weniger automatisch: zum Beispiel gehen wir schonender, klagen weniger über Rückenschmerzen und Erkältungen, verhalten uns entspannter, achten mehr auf die Fußpflege, auf den Weg, auf Glasscherben, manche gehen gern durch tiefe Pfützen, und so weiter und so fort.

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ich hätte es nicht besser formulieren können.
Wenn man schon barfuss ist, sollte man auch sich selbst treu bleiben.

Es erstaunt mich immer wieder, wie manche Leute irgendwelche Eigenschaften direkt mit dem äusseren Erscheinungsbild verknüpfen.

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Schuhe sehe ich eher wie Autos: Sie haben ihre sinnvollen anwendungen, sind aber schädlich in dem maß, wie sie heutzutage eingesetzt werden. (Meine schlussfolgerung: Ich habe schuhe, trage sie aber nur, wenn sie nötig sind, und habe so selten Kfz-bedarf, dass sich die haltung eines eigenen fahrzeugs nicht rechtfertigen lässt.)

Mein zugang zur wissenschaft ist natürlich nicht die anbetung irgendwelcher wissenschaftler. Sie ist ein werkzeug, um herauszufinden, wie die welt funktioniert, und es gibt auch wissenschaftliche methoden, die negativen auswirkungen so mancher schädlicher produkte vorauszusagen. Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte auch gemacht werden; dazu braucht es aber eine wertung und einordnung, die über das rein technisch-wissenschaftliche hinausgeht (und aus diesem grund hätte ich kein gutes gefühl dabei, die regierung einer künstlichen intelligenz zu überlassen, und sei sie noch so perfekt programmiert).
Barfußgehen ist eine nutzen-risiko-abwägung im ganz kleinen, aber ähnliche überlegungen gibt es bis in die ganz große politik. Es ist jedenfalls ein symbol für mich: Das (für einen selbst) richtige zu tun ist nicht unbedingt das, was alle tun. Es gab schon so viele dinge, die an einem ort, zu einer zeit alle taten und die heute allgemein als absurd und schädlich gelten.

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Okay, danke für Eure vielen Antworten!

Ich muss gestehen, ich hatte eher erwartet, dass jetzt ganz viele lustige(!) Einzeiler kommen, die das Prinzip des ursprünglichen Zitats aufnehmen und persiflieren. Es war mein Versuch, ein wenig Humor in dieses Forum einfließen zu lassen. Hat leider nicht funktioniert. Der einzige, der das meiner Meinung nach so aufgegriffen hat, war @stromkabelsalat mit seiner sehr lustigen ersten Antwort!

Ist aber auch okay so, die Diskussion war trotzdem sehr interessant und aufschlussreich.

Hier noch einer zum Abschluss:
„Wenn man schon nichts im Kopf hat, muss man auch nichts an den Füßen haben.“ :stuck_out_tongue_winking_eye:

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Wenn man schon barfuß läuft, sollte man auch barfuß schwimmen/schlafen/klettern/duschen.

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Wenn man barfuß läuft, muss man sein Essen auch mit Beifuß würzen. :joy:

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Wenn man barfuss läuft, sollte man auch andere bar- pflegen: barhäuptig, bar jeder Kleidung…

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… und auch darauf achten, mit wie viel Bar der Fuß auf den Boden drückt, und in der Bar natürlich auch bar bezahlen :rofl:

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