Barefoot Soul Run

Hallo ihr Lieben,

ich war heute das erste mal auf einem “Barfußlauf” unter ganz vielen eigentlichen Nicht-Barfüßern (abgesehen von ein paar wenigen Ausnahmen). Der Lauf wurde von der Deutschen Sporthochschule Köln unter dem Titel “Barefoot Soul Run” ausgetragen und ging wahlweise 2km oder 3km.

Der Fokus wurde (wie der Titel schon erahnen lässt), auf die mentale Gesundheit gelegt und auch die Verbindung zwischen Barfußlaufen und mentaler Gesundheit wurde gezogen. Anstelle eines Startschusses, war das Startsignal ein gemeinsames, lang gezogenes “Ooooohm” der Läufer*innen.

Es hat total Spaß gemacht, es ging auch nicht um das Gewinnen, sondern um das Erlebnis, die Gemeinschaft und die Achtsamkeit. Die Strecke konnte auch abgegangen werden.

Hier ein paar Fotos:

So viele bare Füße hab ich bisher nur am Strand auf einmal gesehen:

Im Hintergrund das RheinEnergie Stadion:

Ein Riesenfuß:

Und die kleinen 3-jährigen Füße meines Sohnes waren auch dabei:

Liebe Grüße und einen schönen Abend noch,
Rosi

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Liebe Sien,
vielen Dank für den sehr schönen bebilderten Bericht und die Eindrücke.

Mir gefällt es gut, dass bei der Veranstaltung keinen Leistungsdruck gab, weil es nicht um das Gewinnen ging, sondern mehr auf Mental-Health-Aspekte Wert gelegt wurde.

Die Veranstaltung ist eine sehr schöne motivierende Idee der Sporthochschule.

Super, dass Dein Sohn auch mit relativ schwerigem steinigen Untergrund, wie auf dem Bild zu sehen ist, gut klarzukommen scheint.

War das Deine erste Teilnahme an der Veranstaltung oder nahmst Du schon öfter teil?

LG
stromkabelsalat

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Hm… :thinking::stuck_out_tongue_winking_eye:

Ich finde es klasse, dass die Sporthochschule sowas veranstaltet. Ich nehme an, die Teilnahme war offen und nicht auf Studierende begrenzt?!
Gab es neben dem Lauf noch konkrete Infos zum Barfußlaufen? Also Aufklärung, was es bewirkt und warum es so gesund ist?

Ich nehme ja gelegentlich an öffentlichen Laufveranstaltungen teil, aber da bin ich meistens der Einzige auf freien Füßen. Mit anderen zusammen macht’s bestimmt mehr Spaß! :+1:
Muss mal schauen, ob es sowas auch in Berlin gibt…

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Danke für den Hinweis, da war ich offensichtlich unkonzentriert.

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Hier gibt’s ein Video der Laufstrecke:

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… und dann gings aber raus ins Freie, oder?

Aber interessant ist jetzt auch die Langzeitwirkung!
Hast Du beobachten können, daß nach der Veranstaltung viele Teilnehmer auch gleich barfuß weiter gelaufen sind, oder haben sich die meisten nach dem Duschen etc. wieder in ihre Uniform gezwängt?

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Spannende Fragen. Barfußaktivität als „besonderes Event“ wie der Barfußpfad am Urlaubsort, und danach wieder zurück in die selbstverständlich beschuhte Norm(alität), oder eine gelungene Aktion, das Barfußlaufen als Möglichkeit für den Alltag zu promoten, vielleicht sogar ein Treffen für verstreute Alltagsbarfüßler*innen?

Waren die Teilnehmer*innen eher Menschen, die den besonderen Eventcharakter mitgenommen haben, oder auch überwiegend welche, für die Barfuß alltagstauglich sein könnte?

Ach ja: Der Lauf vom letzten Jahr:
4. BRT an der Spoho - YouTube
4. BSR Siegerehrung - YouTube

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Um es zu vervollständigen:

  1. Campus-Barfußtag 2017. Damals wurde dem Barfußlaufen also ein kompletter Tag gewidmet. Ein weiteres Video gibt es auf dem Youtube-Kanal Natural Athletes.
  2. Barefoot Trail Run 2018. Erstmals „nur“ als Lauf, der nicht den ganzen Tag dauerte.
  3. Barefoot Trail Run 2019 als Teil von Campus Noster Aktionstag 2019 (ca. ab Position 1:23)

2020 und 2021 fiel die Veranstaltung wohl pandemiebedingt aus.

  1. Barefoot Trail Run 2022 ist im Zitat verlinkt.
  2. Barefoot Soul Run 2023 (die Veranstaltung wurde wohl umbenannt) fand ja gestern statt.
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Nein, die Teilnahme war für alle Menschen offen. Es waren auch vereinzelte „ältere Leute“ (Ü50/60 schätze ich). Der Großteil der Teilnehmenden war allerdings eher zwischen 20 und 30.

Leider nicht, allerdings glaube ich, dass es den meisten Personen bewusst war, die da waren. Es hätte allerdings durchaus ein bisschen mehr drauf eingegangen werden können. Ich denke aber auch, dass zB. ein Aussteller mit einigen Infos gereicht hätte, da es sonst das Feeling der schönen Freizeitveranstaltung mit positivem Effekt auf die psychische Gesundheit mit zu viel Infos und „Barfußwerbung“ kaputt gemacht hätte.

Die ganze Veranstaltung war im Freien.

Geduscht hat da keiner :wink: ich denke es war so ungefähr 50/50 von Leuten, die sich direkt wieder Schuhe angezogen haben und denen, die barfuß geblieben sind, zumindest die halbe Stunde danach, die ich auch noch da war. Ich konnte aber beobachten, dass viele auf dem feinen Schotter in der Start- und Zielzone sichtliche Probleme mit ihren Sohlen hatten. Nach dem Lauf gingen die Teilnehmenden sehr vorsichtig und auf „leisen Sohlen“, weil es wohl etwas unangenehm war.

Meiner Auffassung nach waren es überwiegend Menschen, die den besonderen Eventcharakter mitgenommen haben. Natürlich könnten vermutlich alle auch barfuß im Alltag gehen, wenn sie denn wollten, aber ich bezweifle, dass viele das jemals machen würden. 2-3 der Anwesenden allerdings ging vermutlich auch im Alltag häufig bis immer barfuß.

Genau. Die haben die Veranstaltung umgenannt, weil sie jetzt mit dem „Aktionsbündnis Seelische Gesundheit“ und obwohl es immer noch ein Trail Run ist, wird er jetzt Soul Run genannt, um darauf aufmerksam zu machen, dass das Barfußlaufen und die Verbundenheit mit Natur und Boden auch einen Effekt auf die Seelische Gesundheit hat. So habe ich es jedenfalls verstanden.

Es wurden auch grüne Schleifen verteilt, die man als Pin tragen kann um auf das generelle Thema von seelischer Gesundheit oder vor allem leider auch Krankheit aufmerksam zu machen.

Insgesamt meiner Meinung nach eine echt coole Veranstaltung. Der Fokus wurde trotz des Barfußlaufens auf die seelische Gesundheit gelegt und nicht auf das Barfuß laufen, was ich aber auch sehr gut und sehr wichtig finde.

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Ja das ist bei solchen Events leider immer der Nachteil. Einerseits gut, um viele Leute zum Barfußlaufen zu bekommen, andererseits tragen Begriffe wie „Barefoot Soul Run“ oder „Barefoot Trail Run“ dazu bei, dass die Leute glauben, es bräuchte speziell präparierte Laufstrecken und man könne bei einem"normalen" Trail Run nicht barfuß laufen.

Deswegen melde ich mich inzwischen vermehrt zu Volksläufen in meiner Nähe an, um zu zeigen, dass man auch solche Läufe barfuß machen kann, die auf den ersten Blick nicht dafür geeignet zu sein scheinen. Dann trage ich mein „Ich bin barfuß, weil ich’s kann“ Shirt oder das mit „Wo sind meine Schuhe?“ und komme tatsächlich gelegentlich ins Gespräch.

Letztens war ich beim „Nordberliner Zugspitzlauf“, einem 12km Trail mit wahnsinnigen 220 Höhenmetern :sleeping:. Nach dem Zieleinlauf fragte ich erstmal: „wann kommt denn jetzt eigentlich der Berg?“ :rofl:
Später beschwerte ich mich (wie üblich), dass es für jeden Pups eine eigene Wertung gibt, bloß nicht für Barfußläufer. Der Veranstalter sah meine Füße an und fragte nur fassungslos „aber warum?“ Ein anderer Organisator war dagegen sehr interessiert und es entwickelte sich ein schönes Gespräch.
Oder nach dem 100 Meilen Mauerweglauf, da hat der Rennleiter einen sehr netten und anerkennenden Kommentar unter meinen Blogartikel geschrieben. Sowas finde ich toll!
Bei anderen Läufen, wie dem Frohnaulauf, dem Herbstwaldlauf oder bei den B2Runs interessierte sich keine Sau für mich, was etwas schade ist. Beim letzten B2Run hat mich immerhin der Radiomoderator am Start gesehen und kurz erwähnt, aber da hört eh keiner mehr zu…

Trotzdem mache ich inzwischen gerne solche Läufe mit und zeige etwas freifüßige Präsenz. Einfach um den Leuten zu zeigen, dass es möglich ist. Genauso wie das Bergwandern. Es muss ja nicht gleich die Zugspitze sein, aber man kann auf den meisten normalen Wanderwegen auch barfuß gehen, da braucht es keine geführte Barefoot Soul Hiking Tour auf extra dafür ausgesuchten Graswegen.

„Toll, aber ich könnte das nicht“ … „Doch, Sie müssen es einfach nur machen!“

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Das finde ich auch besser, als wenn das Barfußlaufen als trendige eigene Sportart betrachtet wird (so wie von vielen Sportcoaches, die immer „optimieren“ wollen).

Auch wenn bei mir meistens der sportliche Aspekt im Vordergrund steht, kann ich doch guten Gewissens sagen, dass meine seelische Gesundheit enorm davon profitiert. Ganz egal, ob es ein Sportwettkampf ist, eine alpine Klettertour oder einfach nur ein kleiner Spaziergang um den Block. Es macht das Leben einfach viel lebenswerter

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Bemerkenswert ist, dass der*die Sieger*in Barfußschuhe von Leguano als Preis erhält. Einerseits ergibt es Sinn, dass so eine Veranstaltung von einem Sponsor finanziert wird und dieser passt thematisch gut, andererseits kann suggeriert werden, dass Barfußschuhe echtes Barfußlaufen ersetzen.

Mir fiel der Schotter (auf den Bildern bzw. in dem von @Forbi weiter oben geposteten Video) auch auf und hatte schon Bedenken, ob das für diese Veranstaltung, bei der in der Regel Barfußanfänger*innen teilnehmen, so geeignet sei.

Du willst doch nur gewinnen, was bei einer eigenen Wertung für Barfußläufer*innen meist der Fall wäre, weil Du meist der einzige barfüßige Teilnehmer bist. :stuck_out_tongue_winking_eye:

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Hmm, wenn wegen einzelnen oder wenigen Barfußlaufenden unter ansonsten Beschuhten KEINE besonderen Umstände, Sonderwertungen etc. gemacht werden, finde ich das eiiiigentlich ein Zeichen von Normalität bis … Achtung, da isser wieder, der Textbaustein … Scheißegalizität, ob bf oder mit Gummihandschuhen auf Händen laufend (siehe übrigens der Film vom 4. Run…) oder wie auch immer.
Und das ist doch auch schon was. Es sollte eigentlich egal sein.

Natürlich will ich nicht wirklich eine eigene Barfußwertung haben. Ich sage das immer mit einem Augenzwinkern, um etwas Aufmerksamkeit zu erregen. Sonst entwickeln sich überhaupt keine Gespräche.
Das „Zeichen von Normalität“ sollte nicht sein, dass ich als einziger Barfußläufer nicht beachtet werde, sondern dass viele andere auch barfuß laufen - weil’s normal ist. Und dafür stelle ich mich auch gerne mal selbst in den Mittelpunkt, wenn es sonst keiner macht :joy:
Denn so lange es nicht so normal ist, dass es alle/viele machen, will ich gefälligst auch als Ausnahme wahrgenommen werden!

Ein cooler Bericht von einem coolen Event. :star_struck:

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Ich kam leider erst jetzt dazu, das vollständige Video anzuschauen. Tatsächlich scheint der Lauf auf Grund des teilweise vorhandenen Schotter durchaus anspruchsvoll zu sein. Jedenfalls anspruchsvoller als die früheren Läufe auf der Tartanbahn. Aber auch interessanter … zumindest aus meiner Sicht.

Von dem Barefoot Soul Run 2023 gibt es jetzt ein Video mit Eindrücken und Interviews von den Teilnehmern:

Der Kommentar von dem einen bei 1:25

Man ist dankbarer für seine Schuhe

ist leider ein bisschen kontraproduktiv :sweat_smile: aber sonst ist es ein sehr schönes positives Video geworden.

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Ein schöner Film, aber andererseits finde ich es aus meine eigenen, persönlichen Sicht doch etwas befremdlich, ein so groß aufgezogenes Event zu organisieren, bloß um popelige 2-3km barfuß durch die Gegend zu rennen. Ich laufe ca. jeden zweiten Tag „über über Wiesen-, Wald-, sandigen oder steinigen Untergrund“, im Schnitt 10-15km und das ist nur ein kleiner Teil meines ganz normalen barfüßigen Alltags, bei dem ich ja auch sonst überall barfuß hingehe, ganz egal wie der Untergrund beschaffen ist.

Das mag überheblich klingen, aber wenn man fast vollständig barfuß lebt und weiß, dass es überhaupt kein Problem ist, im Prinzip überall barfuß hingehen zu können, mutet so eine Veranstaltung irgendwie witzig an.

Als Vergleich stelle man sich vor, dass die Sporthochschule Köln einlädt, um gemeinsam Treppen zu steigen. Man kann sich dabei aussuchen, ob man 20 oder 30 Treppenstufen hochgeht und alle 5 Stufen gibt es lustige Spiele zur Auflockerung und um sich etwas erholen zu können. Für Leute, die noch nie in ihrem Leben mehr als 3 Treppenstufen am Stück gegangen sind, könnte das eine echte Herausforderung sein…

Ist doch erschreckend, dass die meisten Menschen so selten die Schuhe ausziehen, dass eine Veranstaltung wie diese als etwas Besonderes wahrgenommen wird! (Buzzword: Mikroabenteuer)

Wie kriegt man die Leute dazu, das in ihren normalen Alltag einzubauen?

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Einfach völlig undogmatisch vorleben, nicht missionieren, sondern inspirieren. Und wenn die Leute sich nicht inspirieren lassen mögen, was soll’s?

Ich glaube, es ist einfach, Kopfsache, aus einem (Buzzword) Mikroabenteuer oder auch einem richtig großen Event, (wie so ein Run, oder ein Ausflug zu einem Barfußpfad etc.) - alles etwas „besonderes“ - die Motivation zu ziehen, vielleicht auch mal so zu probieren, öfter zu machen, egal was „die anderen“ sagen, ohne selber ins andere dogmatische Extrem zu kippen. Normalität oder (ja, da isser, mein Textbaustein :grin:) Scheißegalizität…

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Oder: „Woher wissen sie das denn? Haben sie es schon mal probiert?“ :slight_smile: