Es ist nicht nur die nähe zum strand.
Was südeuropa (genauer: „lateineuropa“) betrifft, also Italen, Spanien, Südfrankreich etc, habe ich festgestellt dass dort eine toxische fixation auf „zivilisiertheit“ vorherrscht – was meistens nur pseudo-zivilisiertheit ist die auf den äußeren schein abstellt anstatt auf echte innere werte.
Was die barfüßigkeit angeht, so fehlt in der lateinischen kultur außerdem komplett die nordeuropäische romantik der naturverbundenheit.
In aktion beobachten konnte ich diese zusammenhänge einmal wunderbar an dem besitzer eines italienischen straßencafés bei mir um die ecke. Nachdem ich angefangen hatte konsequent barfuß zu gehen und mich der besitzer zum ersten mal sah war seine reaktion sehr ungläubig und witzelnd. So richtig aus dem konzept gebracht hatten ihn dann die kommentare von einer gruppe kaffeedamen die einstimmig einwarfen „Ja das ist doch gesund!“. Dieses konzept hatte er vermutlich das erste mal in seinem leben gehört: Barfüßigkeit als etwas, das man absichtlich tut anstatt sich dafür zu schämen. Gesichtsausdruck so: Does not compute…
Deswegen überrascht es mich auch überhaupt nicht, wenn barfuß-feindlichkeit aus Italien oder Spanien berichtet wird:
Italien: Barfußverbot in Portofino
Italien: Barfußverbot in Forio auf Ischia