Das wäre vielleicht in Spanien (wo der pilgerweg Camino vielerorts eine wichtige rolle spielt) eine gute antwort gewesen. „Estoy de peregrinación, por eso voy descalzo, para sentirme unido a la tierra de Dios.“
Dort wurde mir schon vor überschreitung der grenze im morgengrauen von einem warnwestenträger vehement der zugang zur Euskotren-station in Hendaye verwehrt; ohne meine sandalen anzuziehen, durfte ich nicht mal an den fahrkartenautomaten. Seltsam, dass sie da so streng sind.
(Euskotren ist eine baskische nahverkehrs-schmalspurbahn und zur zeit die einzige möglichkeit, auf der atlantischen seite mit öffentlichen verkehrsmitteln über die französisch-spanische grenze zu kommen. Andere geschichte … die hochgelobte spanische bahn ist abseits der hochgeschwindigkeitsstrecken oft gar nicht so toll.)
Nein, ich habe nie einer religion angehört, und es ist mir zuwider, das vorzuschieben, nur um in ruhe gelassen zu werden.
Absolut! Ich finde immer wieder verrückt, was in den Köpfen der Leute vor sich geht. Die Menschen brauchen irgendeinen bizarren Grund, um Leute, die nicht der Norm entsprechen, in Schubladen schieben zu können.
Hier zur Abwechslung mal ein Lichtblick (Letztens habe ich mal wieder einen Dialog zwischen kleinem Kind und Vater angehört):
„Papa, guck mal, die Frau hat gar keine Schuhe an! Warum macht die das?“-„Weil’s Spaß macht!“
Hm, man müsste man mal versuchen, Fußanbetung als Religion einführen… Das dann in den Pass eingetragen, und man kann religiöse Diskriminierung deklarieren, wenn einer versucht uns Schuhe zu verordnen…
Im Zweifelsfall gilt dann: „Ich glaube nicht an Schuhe“…
Jainas tragen keine Kleidungsstücke, die ganz oder teilweise aus Materialien von Tieren hergestellt wurden, wie z. B. Gürtel oder Schuhe. Viele laufen auch barfuß, damit sie nichts tottreten. Manche, insbesondere Mönche, fegen mit einem (eher einem Staubwedel gleichenden) weichen Besen unentwegt die Flächen vor und um sich herum von möglichen Insekten wie z. B. Ameisen frei, damit sie diese nicht versehentlich erdrücken könnten. Zudem tragen sie häufig ein Tuch vor dem Mund, um zu verhindern, dass ihnen ein Insekt in den Mund fliegen und dadurch sterben könnte.
Seltsam allerdings, dass, als ich einst in Jaisalmer einen Jain-tempel besichtigte, der dortige führer größeres interesse an meinen euromünzen hatte als daran, über die spirituellen grundlagen seiner religion zu reden …
Du hast geschrieben wie es dir mit dem Nacktsein draussen in der wildnis geht. Bei mir ist es genau das selbe. Mir ist es egal ob ich gesehen werde, auch von wem. Auch wäre es mir völlugvegal wenn ich der einzige Nackte unter angezogenen menschen wäre.
Ich habe auch das verlangen, seit dem barfuss gehen, ganz nackt zu spazieren. Ich wohne in der schwiz , nähe Rheinfelden also ziemlich nahe am Rhein zur deutschen grenze. Ich habe dann mal auf einem spaziergang nir mit einer leichten hose bekleidet angefangen, diese mal ein stück auszuziehen. Dann hörte ich etwas, zog die hose rasch an. Es war nichts. Also, hose wieder runter und weiter. Dann kam tatsächlich jemand ums eck… mein puls ging ab! Ich konnte mich jetz nicht mehr anziehen, wie sieht das denn aus. Ich tue nichts verbotenes, also blieb ich eben nackt und ging weiter auf die person zu. Das resultat: ein freundliches guten Tag, und genau so wurde ich zurück gegrüsst. Da merkte ich dass es sehr entspannt ist. So blieb ich den weg nackt bis zurück im Auto. Heute zieh ich mich zuhause im auto schon aus, fahre auf den Parkplatz dort am rhein und verlasse bereits nackt mein auto und gehe spazieren, baden, spazieren, wieder baden… bis ich wieder beim Auto bin. Ich hatte schon viele begegningen. Ich grüsse freundlich, werde ebenfalls gegrüsst, oder auch mal nicht, ist dann auch egal. Aber diese Freiheit, die natur so zu spüren, nackt zu spazieren und zu baden wie es gerade kommt, unbezahlbar. Wenn du hier in der nähe wärst, ich würde dich gerne mitnehmen und es dir ermöglichen, dies zu erleben und erlernen
…
Lg Dany
Das klingt traumhaft! Wunderschön, dass du an diesem Punkt angekommen bist. Das wünsche ich mir auch. Ich arbeite darauf hin. Wenn ich mal in der Nähe bin, lasse ich es dich wissen. Dann kannst du mir die Stelle zeigen.
Das mache ich sehr gerne. Ich denke am Wasser und im Wald, Waldrand ist es einfach auch entspannter. Beim letzten Spaziergang ist mir 5x derselbe Jigger begegnet. Überhaupt keine reaktion, nur ein leichtes lächeln. Leben und leben lassen. Es brauch am anfang etwas überwindung, weil man nicht weiss wie die reaktionen ausfallen werden. Bleiben die aus oder sogar freundlich, was mehrheitlich sogar der fall ist, dann gibt das Mut. Mut im sich frei zu fühlen. Was ja ansich traurig ist, dass man dafür mut benötigt. Es ist doch das natürlichste der wekt, die Natur natürlich zu geniessen. Und das ist unbeschreiblich schön. Ehrlich. Machs… ich stehe dir bei
Naja, ich denke mal, dass ein großer Teil der Nackwanderer nicht regelmäßig oder dauerhaft barfuß geht, so wie wir hier.
Allerdings bin ich auch der Meinung, dass man mit Schuhen nicht wirklich nackt ist und somit auch ein großer Teil der Verbundenheit mit der Natur und des natürlichen Gefühls verloren geht.
Letztlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie er sowas angeht und wie er sich am wohlsten fühlt, ich persönlich würde solche Wege natürlich auch barfuß gehen.